Anschlag auf schiitische Pilger im Irak: Mindestens zwei Tote, mehr als 20 Verletzte

Büro von Al Arabija in Bagdad geschlossen

Bei einem Anschlag auf schiitische Pilger im Irak sind mindestens zwei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden. Drei Mörsergeschosse seien in Mussayyib südlich von Bagdad in den Pilgerzug eingeschlagen, berichtete die Polizei am Freitag. Die Schiiten waren auf dem Weg in die ihnen heilige Stadt Kerbala, wo am Samstag zehntausende Gläubige erwartet werden.

In Bagdad war erneut eine Polizeipatrouille Ziel eines Bombenanschlags. Zwei Menschen wurden nach Angaben der Polizei getötet und sechs verletzt. Bei einer Serie von Anschlägen auf Polizisten waren am Donnerstag 17 Menschen ums Leben gekommen.

Unterdessen untersagte die irakische Regierung der Bagdader Redaktion des arabischen Fernsehsenders Al Arabiya für einen Monat die Berichterstattung. Die Polizei sei am Donnerstag in den Räumen des Senders erschienen, um die Anordnung durchzusetzen, erklärte Al Arabiya. "Wir wurden nicht offiziell über das Verbot informiert, und wir wissen nichts über die Gründe", sagte Bürochef Jawad Hatab. Der Sender hat seinen Hauptsitz in Dubai.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki rief die Medien im Juli auf, zurückhaltend über die Gewalt im Land zu berichten, um Extremisten nicht in die Hände zu spielen. Al-Maliki kritisierte, manche Fernsehsender zögen Kapital aus der Berichterstattung über die Opfer von Anschlägen. Die Regierung werde gegen alle Sender vorgehen, die gegen entsprechende ethische Richtlinien verstießen.
(apa)