Terror von

Festnahmen nach
Anschlag in London

Großbritannien erhöht nach Attentat die Terrorwarnung auf höchste Stufe

Anschlag in London © Bild: APA/Adrian DENNIS / AFP

Nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn hat die Polizei eine "bedeutende Festnahme" gemacht. Das teilte Scotland Yard am Samstag mit. Den Angaben zufolge handelte es sich bei dem Festgenommenen um einen 18-jährigen Mann aus der Region um die südostenglische Küstenstadt Dover. Am Sonntag hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Der 21-jährige Mann wurde in Hounslow im Westen der britischen Hauptstadt wegen Terrorverdachts in Gewahrsam genommen.

Großfahndung nach Verdächtigen

Nach dem Anschlag von Freitag früh hatten die Ermittler eine Großfahndung nach Verdächtigen eingeleitet. In einer U-Bahn war mitten im Berufsverkehr an der Station Parsons Green im Westen der britischen Hauptstadt ein Sprengsatz detoniert. 29 Personen wurden verletzt, niemand davon schwer. Todesopfer waren nicht zu beklagen, auch weil die selbst gebastelte Bombe offenbar nicht richtig explodierte. Der IS reklamierte den Anschlag für sich.

Terrorwarnstufe erhöht

Großbritannien hat nach dem Anschlag in der Londoner U-Bahn die Terrorwarnstufe auf "kritisch" erhöht. Laut Nachrichtenagentur AFP handelt es sich um die höchste Warnstufe. Premierministerin Theresa May sagte am Freitagabend, es werde eine höhere Präsenz bewaffneter Polizeikräfte an öffentlichen Plätzen geben. Zudem werde das Militär die Polizei unterstützen.

Die Terrorwarnstufe "kritisch" deutet darauf hin, dass ein neuerliches Attentat möglicherweise unmittelbar bevorsteht. In der Früh waren bei der Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes in einem U-Bahn-Waggon mindestens 29 Menschen verletzt worden, niemand davon schwer. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte den Anschlag für sich. Auch die Polizei sprach von einer Terrorattacke. Bei vier Anschlägen in diesem Jahr in Großbritannien kamen bisher 36 Menschen ums Leben.

IS reklamiert Tat für sich

Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Ein Kämpfer des Islamischen Staates habe die Tat ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Freitagabend im Internet. In einer weiteren Nachricht hieß es, dass es "Soldaten des Kalifats" gelungen sei, mehrere Sprengsätze zu platzieren, von denen einer 30 Menschen getroffen habe. Das Schlimmste komme jedoch noch, hieß es über die üblichen Kanäle, über die der IS auch in der Vergangenheit schon Anschläge für sich reklamiert hatte.

Die Bombe in London explodierte gegen 08.20 Uhr mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Die Station Parsons Green liegt im westlichen Zentrum der Millionenmetropole, nahe dem Stadion des Fußballclubs FC Chelsea. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und einer "Feuerwand" beziehungsweise einem "Feuerball" in der Bahn.

Bereits fünfter Anschlag binnen eines Jahres

Großbritannien ist damit bereits zum fünften Mal in diesem Jahr Ziel eines Anschlags geworden. Bei vier früheren Anschlägen in London und Manchester in diesem Jahr waren insgesamt 36 Menschen ums Leben gekommen, drei der Attacken gingen auf das Konto von Islamisten.

Die höchste Terrorwarnstufe war zuletzt im Mai nach einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester ausgerufen worden. Dort waren 22 Menschen getötet worden.

Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben. Acht Menschen kamen bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge ums Leben. Ein Mann starb bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in London.

Kommentare

Peter Lüdin

Die Rechte des Einen enden dort, wo die Rechte des Anderen beginnen.
Man muss sich endlich fragen: Will man der Allgemeinheit wieder das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein Leben ohne Angst geben?
Oder will man einigen Islamisten das Recht geben, hier in Europa zu leben?

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