Anschlag in Italien von

Bomben vor Schule explodiert

Eine Schülerin kommt ums Leben - Mehrere Kinder wurden bei Attentat verletzt

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    Vor einer Berufsschule in der italienischen Stadt Brindisi sind zwei Bomben explodiert.

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    Ein 16-jähriges Mädchen ist dabei ums Leben gekommen. Vor der Schule legen Passanten Briefe und Blumen nieder.

Drei Sprengkörper sind am Samstagvormittag vor einer Modeschule in der süditalienischen Stadt Brindisi explodiert. Dabei ist eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen. Berichte über ein zweites totes Mädchen wurden von den behandelten Ärzten dementiert. Die Schülerin werde einer Operation unterzogen, ihr Zustand sei kritisch, aber stabil, berichteten die Ärzte. Zehn Personen wurden laut einer neu veröffentlichten Bilanz verletzt.

Drei miteinander verbundene Gasbomben sollen die Explosionen vor der Schule verursacht haben, berichteten die Ermittler. Die Bomben gingen um 07.45 Uhr in die Luft, als die Schüler des Mode- und Tourismusinstituts zum Unterricht kamen. Die Sprengsätze wurden unweit einer Mauer vor dem Schuleingang gefunden. Das Gelände um die Berufsbildende Höhere Schule, die von circa 600 Schülern besucht wird, wurde abgesperrt. Alle Schulen in Brindisi wurden evakuiert.

Schüler entrinnen nur knapp Blutbad
Es hätte zu einem Blutbad werden können. Wären die Gasbomben nur wenige Minuten später explodiert, wäre es zu einer noch größeren Tragödie gekommen", berichtete ein Augenzeuge. "Mit dem Anschlag wollte man töten, die Gasbomben sind gerade zum Zeitpunkt explodiert, als die meisten Schülerinnen die Schule erreichten", sagte Schuldirektor Angelo Rampino. In der Nähe der Schule befindet sich auch das Gerichtsgebäude, das ebenfalls evakuiert wurde.

Nach den Detonationen, die über weite Teile der Adria-Hafenstadt gehört wurden, brach Panik unter den Schülern aus. Einige Lehrer, die sich unweit des Schuleingangs befanden, leisteten den Verletzten Erste Hilfe. "Die Schüler sind geschockt", berichteten die Rettungskräfte.

Steckt Mafia hinter Anschlag?
Der Bürgermeister der 90.000-Einwohnerstadt Brindisi, Cosimo Consales, macht die Mafia für den Anschlag verantwortlich. "Es handelt sich um einen Angriff der Organisierten Kriminalität ohne Gleichen", kommentierte der Bürgermeister.

Die italienische Innenministerin Annamaria Cancellieri bezeichnete den Anschlag einen Akt von "Grausamkeit ohne Gleichen". Die Hintergründe des Anschlags seien noch unklar. "Es gibt viele Hypothesen, aber keine Sicherheit", so die Ministerin. Man könne noch nicht feststellen, dass es sich um einen Mafia-Anschlag handle.

Solidaritätsdemonstration geplant
Die Schule ist nach der Ehefrau des bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone, Francesca Morvillo Falcone, benannt. Sie sprach von einer Attacke gegen den Staat. In Palermo ist am Samstagnachmittag eine Solidaritätsdemonstration mit den Opfern des Anschlags geplant. Untersuchungsrichter Falcone und seine Ehefrau Francesca Morvillo waren mit drei Leibwächtern bei einem Anschlag in Palermo am 23. Mai 1992 getötet worden. Francesca Morvillo Falcone ist die Schule in Brindisi gewidmet.

Vor dieser Schule ist die Bombe explodiert:


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