Anschlag in Brindisi von

Zwei Personen vernommen

Mafia steckt offenbar nicht hinter Attentat - 16-jährige Schülerin bei Explosion getötet

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    Vor einer Berufsschule in der italienischen Stadt Brindisi sind zwei Bomben explodiert.

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    Ein 16-jähriges Mädchen ist dabei ums Leben gekommen. Vor der Schule legen Passanten Briefe und Blumen nieder.

Nach dem Bombenanschlag auf eine Modeschule in Italien hat die Polizei nun zwei Personen vernommen. Dabei handelt es sich um einen Ex-Soldaten und um eine weitere Person, deren Identität nicht bekanntgegeben wurde, berichtete die Webseite BrindisiReport.it. Durch die Explosion ist am Samstag eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen, weitere vier Jugendliche sind verletzt worden.

Die beiden Personen wurden mit Hilfe von Videoanlagen identifiziert. Ihre Wohnungen wurden durchsucht, die beiden Personen wurden allerdings nicht festgenommen.

Zweifel an Mafia-Theorie
Inzwischen werden immer mehr Zweifel an der Theorie laut, dass die Mafia hinter dem Anschlag stecken könnte. Das Attentat trägt nach Überzeugung der Ermittler nicht die Handschrift der Mafia. Bei der Bombe sei Benzin und nicht - wie bei der Mafia üblich - Dynamit verwendet worden, begründete Anti-Mafia-Staatsanwalt Cataldo Motta seine Zweifel. Auch der nationale Polizeichef Antonio Manganelli bezweifelte öffentlich die Mafia-Theorie. Die Ermittler vermuten immer mehr, dass der Bombenanschlag auf Terroristen zurückzuführen sei.

Nach Angaben von Sicherheitskräften explodierte der Sprengsatz aus drei miteinander verbundenen Gasflaschen gegen 07.45 Uhr (MESZ), als die Schüler zum Unterricht strömten. Vermutlich waren sie in Rucksäcken versteckt, die auf einer kleinen Mauer vor der Schule abgestellt wurden.

Nach dem Anschlag sind in ganz Italien die Anti-Terrorismus-Maßnahmen verschärft worden. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um mutmaßlich gefährdete Einrichtungen und Personen wurden verstärkt. Über 20.000 Sicherheitskräfte und Soldaten seien im Einsatz, berichteten italienischen Medien am Sonntag.