Anschlag in Brindisi von

Weiteres Attentat gestanden

Giovanni Vantaggiato nahm weiteren Akt auf sich, bei dem 2008 ein Mann verletzt wurde

Anschlag in Brindisi - Weiteres Attentat gestanden © Bild: APA/EPA/Police

Giovanni Vantaggiato, der 68-jährige Italiener, der den tödlichen Bombenanschlag auf eine Berufsschule in der süditalienischen Stadt Brindisi gestanden hat, hat die Verantwortung für ein weiteres Attentat übernommen. Er gab zu, dass er hinter einem Attentat im Jahr 2008 in Torre Santa Susanna unweit von Brindisi stecke, bei dem ein Unternehmer schwer verletzt worden war, berichteten italienische Medien am Montag.

Die Ermittler hatten festgestellt, dass beim Anschlag 2008 ein ähnlicher Sprengkörper wie jener explodiert war, der die Schülerin in Brindisi getötet hatte. Verletzt wurde bei dem Attentat ein Unternehmer, Cosimo Parato, der Vantaggiato einen ungedeckten Scheck für die Lieferung von Treibstoff gegeben haben soll. Vantaggiato war damals verdächtigt worden, Beweise gegen ihn gab es jedoch nicht. Parato leidet nach wie vor an den Folgen der bei dem Attentat erlittenen Verletzungen.

Racheanschlag
Vantaggiato hatte am 19. April einen Prozess gegen Parato gewonnen, der ihm Geld schuldete. Lokale Medien berichteten, der Verdächtige habe sich mit einem Anschlag auf den Justizpalast von Brindisi dafür rächen wollen, weil er im Prozess keine Entschädigung erhalten habe. Da das Gerichtsgebäude jedoch zu stark bewacht sei, habe er schließlich die nahe gelegene Berufsschule als Ziel ausgewählt.

Drei weitere Gasflaschen entdeckt
Die Ermittler in Brindisi haben inzwischen weitere drei Gasflaschen mit Zündung entdeckt, die der Tankwart bei der Vorbereitung des tödlichen Sprengstoffanschlags auf die Berufsschule in Brindisi genutzt haben soll, bei dem am 19. Mai eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen ist. Die drei Gasflaschen, in die der Täter Sprengpulver gefüllt hatte, wurden auf einem Grundstück in Leverano bei Lecce entdeckt, das im Besitz von Vantaggiatos Vater steht. Hier soll Vantaggiato die Kraft und Zuverlässigkeit seines Sprengkörpers getestet haben. Der Tankwart hatte den Ermittlern den Hinweis zur Auffindung der Gasflaschen gegeben.

Der Mann berichtete den Staatsanwälten, dass er ohne Grund beschlossen hatte, den Sprengstoff vor der Berufsschule "Morvillo-Borsellino" zu legen. Die Fernsteuerung, mit der er den Sprengkörper ausgelöst hatte, habe er in einem Geschäft in der Gegend gekauft. Den Ermittlern beschrieb Vantaggiato haargenau, wie er die Bombe gebastelt habe.