Anschlag in Brindisi von

Ermittler jagen Bombenattentäter

Angeblicher Verdächtiger wieder frei. Es wird von terroristischer Tat gesprochen.

Anschlag in Brindisi - Ermittler jagen Bombenattentäter © Bild: APA/EPA/Police

Die Ermittler in Süditalien fahnden weiter nach dem Verursacher des Bombenanschlags vor einer Berufsschule im süditalienischen Brindisi, bei dem am Samstag eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen ist. Die Staatsanwälte mussten dabei einen Rückschlag hinnehmen. Wegen Mangel an Beweisen musste sie am Montagabend einen Mann wieder freilassen, den sie zunächst für den von einer Überwachungskamera aufgenommenen mutmaßlichen Attentäter gehalten hatten. Dabei handelt es sich um einen Elektrotechniker der Gegend. Auch sein als Zeuge vernommener Bruder sei wieder auf freiem Fuß, teilten die Ermittler mit.

"Es war ein Albtraum, ich habe mit diesem Anschlag nichts zu tun. Zum Glück haben die Ermittler das begriffen", betonte der Mann, der am Montag mehrere Stunden lang befragt worden war . Er war in Verdacht geraten, weil er ebenso wie der mutmaßliche Attentäter eine Handverletzung hatte und hinkt. Die Aufnahmen der Überwachungskamera werden nun nochmals neu ausgewertet.

Anschlag sei terroristische Tat - Bilder zeigen Täter
Innenministerin Annamaria Cancellieri berichtete im Parlament, dass der Anschlag in Brindisi eine terroristische Tat sei. Die Hintergründe seien noch unklar. Auf den Bildern der an einem Zeitungskiosk in der Nähe der Schule angebrachten Kamera sei eindeutig ein Mann zu sehen, der auf eine Fernbedienung drücke und damit den aus Gasflaschen gebastelten Sprengsatz auslöse, berichtete die Ministerin.

Zustand der Verletzten leicht verbessert
Inzwischen hat sich der Zustand der vier beim Anschlag verletzten Schülerinnen leicht gebessert. Eine Patientin wurde operiert, um einige Splitter zu entfernen. Am kommenden Samstag ist in Brindisi eine große Schülerdemonstration gegen Gewalt vorgesehen.

Schülerin beigesetzt
Am Montag wurde die 16-jährige Schülerin Melissa Basso beigesetzt, die bei dem Anschlag vor der Berufsschule in Brindisi getötet wurde. Ihre mit weißen T-Shirts gekleideten Schulfreundinnen ließen auf dem Platz vor der Kirche in Melissas Heimatort Mesagne Luftballons aufsteigen. An der Trauerzeremonie in Mesagne nahm auch Regierungschef Mario Monti, der frühzeitig den NATO-Gipfel in Chicago verlassen hatte, teil.