Anschlag von

Briefbombe in Rom

Ein Verletzter bei der Detonation - Gesellschaft für Steuereinhebung im Visier

Anschlag - Briefbombe in Rom © Bild: Reuters/Bianchi

Eine Briefbombe ist in Rom in den Händen des Direktors der Steuereinhebungsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, explodiert. Der Mann wurde an der Hand verletzt. Die linksextremistische italienische Anarchistengruppe FAI hat sich zu dem Attentat bekannt. Erst am Mittwoch wurde in Frankfurt eine Briefbombe mit italienischer Urheberschaft abgefangen, die an Deutsche-Bank-Chef Ackermann adressiert war.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti äußerte Solidarität mit Marco Cuccagna, de, eine Fingerspitze amputiert werden musste, und hob die Bedeutung der Leistungen Equitalias hervor. "Sie sorgt dafür, dass Gesetze respektiert werden", betonte Monti. Die staatliche Aktiengesellschaft hat den Auftrag, Steuern einzuziehen.

Warnung von Ministerin
Vor drei Tagen hatte die neue italienische Innenministerin Anna Maria Cancellieri davor gewarnt, dass die Krise in Italien zu Terroraktionen führen könne. "Soziale Verzweiflung und Ausgrenzung, die von der Wirtschaftskrise verschärft werden, können den Weg zu umstürzlerischen Aktionen ebnen", warnte Cancellieri. In dieser schwierigen Konjunktur könnten Menschen auch auf gewalttätige Weise ihre Empörung zum Ausdruck bringen, wie es am 15. Oktober bei einer Großdemonstration gegen die Macht der Finanz in Rom der Fall war, bei der es zu heftigen Ausschreitungen gekommen war. Wichtig sei, jegliche Form von Gewalt vorzubeugen. Cancellieri warnte, dass vor allem Terroraktionen von Anarchistenkreisen zu befürchten seien.

Im Dezember 2010 waren in Rom Paketbomben an die Botschaften der Schweiz und Chiles gesendet worden, die explodiert waren und zwei Personen verletzt hatten. Die italienischen Ermittler hatten damals anarchistische Kräfte als wahrscheinliche Versender der Briefbomben ausgemacht.