Anschlag in Boston von

Bomben in Dampfkochtöpfen

In Rucksäcken versteckt und mit Metallsplittern verschärft. Etliche Amputationen.

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    Die Bomben von Boston: Laut Ermittlern wurden die Sprengkörper in Nylontaschen an den Tatort transportiert.

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    Die Ermittler sichern die Überreste der Bomben.

Die beim Boston-Marathon explodierten Bomben steckten nach CNN-Informationen in Dampfkochtöpfen. Die Behälter wiederum seien in schwarzen Rucksäcken verstaut gewesen, berichtete der Sender am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Unter Berufung auf eine Quelle im Pentagon berichtete der Sender außerdem, dass es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass Terrornetzwerk Al-Kaida oder eine andere ausländische Gruppe hinter dem Anschlag steckt. Die Behörden gaben Entwarnung.

Bereits in der Früh hatte es Berichte gegeben, dass nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht werde, der mit zwei Rucksäcken gesehen worden sei. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber zunächst nicht. Polizeivertreter hatten auf einer Pressekonferenz in Boston am späten Vormittag (Ortszeit) jegliche Angaben zum Stand der Ermittlungen abgelehnt.

Ärzte bestätigten, dass die Bomben mit Metallsplittern versehen waren. Vielen Verwundeten seien "kleine metallische Fragmente" wie Nägel und Kugeln herausoperiert worden, sagte Chefchirurg George Velmahos vom Massachusetts General Hospital. Mehreren Patienten hätten die Beine amputiert werden müssen.

Die Behörden machten bisher keine Angaben zu der Art der Sprengsätze. Am Anschlagsort seien etwa 30 Spezialisten der US-Waffenkontrollbehörde ATF im Einsatz, sagte der verantwortliche ATF-Beamte Gene Marquez.

Keine Anschlagsserie erwartet
Hinweise darauf, dass die Tat Teil eines größeren Anschlagsplans gewesen sei, gebe es keine. Dies erklärte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Dienstagnachmittag. Die Sicherheitsvorkehrungen an Verkehrsknotenpunkten blieben aber aufrecht.

Wie CNN unter Berufung auf Ermittlerkreise weiter berichtete, stufen die Behörden einen am Montag vernommenen jungen Mann aus Saudi-Arabien nicht als tatverdächtig ein. Der Student war bei der Explosion verletzt worden und aufgefallen, weil er wegzurennen versuchte. CNN zufolge gab er bei der Vernehmung in einem Krankenhaus an, dass er einfach Angst gehabt habe. Die Behörden glaubten ihm.

US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano sagte, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass der Anschlag von Boston Teil einer größeren Verschwörung gewesen sei. Als Vorsichtsmaßnahme würden die verschärften Sicherheitsvorkehrungen an Verkehrsknotenpunkten aufrechterhalten bleiben. US-Präsident Barack Obama hatte den Anschlag von Boston als "Terrorakt" qualifiziert. Es sei aber unklar, ob die Tat von einer ausländischen oder inländischen Terrororganisation geplant und ausgeführt wurde oder ob es die Tat eines bösartigen Einzelnen war.

US-Extremisten unter Verdacht
In Ermittlerkreisen hieß es, der Zeitpunkt des Angriffs spreche für einheimische Extremisten, die einen mächtigen Staat ablehnen. Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Am 15. April läuft in den USA zudem die Frist für die Abgabe der Steuererklärung ab. Steuern sind ein Reizthema für einige amerikanische Extremistengruppen.

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