Anschlag auf Bibel-Verlag in der Türkei:
Zehn Festnahmen nach kaltblütigen Morden

Erste Geständnisse: "Für Vaterland und Glauben" Drei Menschen wurden die Kehlen durchgeschnitten

Nach dem Anschlag auf einen Bibel-Verlag in der Türkei mit drei Toten hat die Polizei zehn Menschen festgenommen. Bei dem Überfall auf den christlichen Verlag in der südosttürkischen Stadt Malatya hatten die Angreifer drei Menschen die Kehlen durchgeschnitten. Unter den Opfern ist auch ein Deutscher.

Einen Tag nach der grausamen Ermordung der drei Christen haben die Festgenommenen türkischen Medienberichten zufolge gestanden. Demnach gaben die 19 und 20 Jahre alten Männer religiös-nationalistische Motive für den Überfall auf den Bibel-Verlag in der südosttürkischen Stadt Malatya an. Sie hätten für "Vaterland und Glauben" gehandelt.

"Wir haben dies nicht für uns, sondern für unseren Glauben getan", zitierte die Zeitung "Hürriyet"einen der mutmaßlichen Mörder. "Den Feinden des Glaubens möge dies eine Lehre sein."

Die Opfer des Überfalls waren an Händen und Füßen gefesselt mit durchschnitten Kehlen gefunden worden. Die fünf mutmaßlichen Täter wurden noch am Tatort festgenommen.

Türkische Medien stellten den Anschlag von Malatya in eine Reihe mit der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink im Februar in Istanbul und dem Mord an dem italienischen katholischen Priester Andrea Santoro, der Anfang 2006 in seiner Kirche in der Stadt Trabzon am Schwarzen Meer hinterrücks erschossen worden war.

(apa/red)