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Anschlag auf Premierministerin May vereitelt

Einer der Beschuldigten wollte sich laut Anklage der IS-Miliz anschließen

Die britischen Sicherheitsbehörden haben Medienberichten zufolge einen Anschlag auf Premierministerin Theresa May verhindert. Zwei am 28. November festgenommene Männer im Alter von 20 und 21 Jahren wurden am Mittwoch einem Gericht in London vorgeführt.

Bei der weniger als zehn Minuten andauernden Anhörung bestätigte die Richterin die Untersuchungshaft für die beiden Verdächtigen und setzte den nächsten Gerichtstermin für den 20. Dezember an.

Die beiden Männer sollen geplant haben, an den Sicherheitsabsperrungen vor Downing Street eine Bombe zu zünden und das anschließende Chaos zu nutzen, um May mit einem Messer zu erstechen. Der 20-jährige Verdächtige, der sich als Brite aus Bangladesch bezeichnete, hatte der Staatsanwaltschaft zufolge bei seiner Festnahme zwei Sprengvorrichtungen bei sich. Er soll dem 21-jährigen pakistanischstämmigen Briten überdies bei der Vorbereitung eines weiteren Attentats geholfen haben.

Dem 21-Jährigen wird außerdem vorgeworfen, dass er sich der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anschließen und zu diesem Zweck mit einem gefälschten Pass nach Libyen reisen wollte.

Einem am 22. November festgenommenen 31-jährigen Briten, der ebenfalls vor Gericht erschien, wird zur Last gelegt, im verschlüsselten Kommunikationsdienst Telegram Informationen veröffentlicht zu haben, die für Anschläge hätten verwendet werden können. Darunter befanden sich dem Gericht zufolge Angaben über Ziele wie Stadien oder den vierjährigen Prinzen George, dessen Foto und Schuladresse der Mann verbreitete. Er plante demnach zudem, nach Syrien zu reisen, um dort in den Reihen des IS zu kämpfen.

Innenministerin Amber Rudd hatte am Dienstag berichtet, dass seit der brutalen Ermordung eines Soldaten im Mai 2013 in London 22 islamistisch motivierte Anschläge verhindert worden seien, davon allein neun seit vergangenem März. Die Londoner Polizei sprach am Dienstag von einer "hochgradigen" Bedrohung Großbritanniens durch den "Terror". Dieser entwickle sich in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß, wie das Land sie bisher noch nicht erlebt habe.

Allein in diesem Jahr wurden in Großbritannien bisher fünf Anschläge verübt, bei denen 36 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt wurden. Vier der Anschläge beanspruchte die IS-Miliz für sich.

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