Ansätze zur Atomstillegung in Nordkorea: Multilaterale Beratungen über Abrüstungs

Pjöngjang übergab Liste mit gewünschten Hilfsgütern "6-Länder-Gespräche" für zwei Tage in Panmunjom

Ansätze zur Atomstillegung in Nordkorea: Multilaterale Beratungen über Abrüstungs

Nach dem Durchbruch im Streit um sein Atomwaffenprogramm will Nordkorea noch in dieser Woche die nächsten Abrüstungsschritte einleiten. Das teilte der südkoreanische Unterhändler Lim Sung Nam nach dem Auftakt neuer multilateraler Beratungen über Wirtschafts- und Energiehilfen für das kommunistische Land mit. Die Arbeitsgruppe im Rahmen der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche trat für zwei Tage in Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze zusammen.

Daran beteiligt sind Experten aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan.

Nächste Phase
Nordkorea habe bekräftigt, die zweite Phase der Denuklearisierungsmaßnahmen gemäß der Sechser-Vereinbarung vom Februar erfüllen zu wollen, wurde Lim von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Das Land erwarte daher, dass die Vereinigten Staaten und die anderen Verhandlungspartner ihren Verpflichtungen nachkämen und wie versprochen Hilfsgüter schickten.

Hilfsgüter für Nord-Korea
Bei der morgendlichen Sitzung in Panmunjom legte Nordkorea eine Liste mit den gewünschten Hilfsgütern vor. Dabei handelte es sich nach Angaben aus Kreisen des südkoreanischen Außenministeriums hauptsächlich um Stahlprodukte, mit denen die veralteten Kraftwerke modernisiert werden sollen. Japan bekräftigte unterdessen, es werde sich an der Hilfe für Nordkorea nicht beteiligen, solange das Regime sich nicht zu Entführungen japanischer Staatsbürger in den 70er und 80er Jahren äußere.

Zusagen an die EU
Auch gegenüber einer EU-Delegation erklärte Nordkorea, es werde seine Zusagen einhalten. Der österreichische Delegationsleiter Hubert Pirker (V) erklärte nach dem einwöchigen Besuch der EU-Parlamentarier, nun gebe es wirklich eine große Chance zur Umsetzung dessen, was in den Gesprächen der beiden koreanischen Staaten, Chinas, Japans, Russlands und der USA vereinbart worden sei. Nordkorea habe sich offenbar eine Modernisierung der Wirtschaft zum Ziel gesetzt.

Proliferation
Nordkorea hat sich in einer grundsätzlichen Einigung im Februar bereiterklärt, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Mitte Juli bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO), dass die wichtigsten Nuklearanlagen des Landes stillgelegt wurden. Bis zum Jahresende soll das gesamte Atomprogramm offengelegt und beendet werden. Im Gegenzug wurden Pjöngjang Wirtschaftshilfe und politische Zugeständnisse zugesagt. Ein Tanker mit 21.000 Tonnen Schweröl aus den USA war am Montag auf dem Weg nach Nordkorea.

Weitere Treffen geplant
Nord- und Südkorea wollen ihren Annäherungsprozess bei Gesprächen der Ministerpräsidenten beider Länder im November fortsetzen. Das Treffen von 14. bis 16. November soll Berichten zufolge in Seoul stattfinden.

(apa/red)