Annäherung bei der Deutschen Bahn: Konzern präsentiert sein viertes Angebot

Verhandlungen mit Gewerkschaftern sind gestartet Gehaltserhöhung und Einmalzahlung vorgeschlagen

Annäherung bei der Deutschen Bahn: Konzern präsentiert sein viertes Angebot © Bild: AP/Lux

In den festgefahrenen Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ist wieder Bewegung gekommen. Die Bahn präsentierte ein viertes Angebot, das nach Angaben der Gewerkschaften eine Verbesserung bedeutete. Daraufhin erklärten sie sich bereit, die Verhandlungen mit den Arbeitgebern fortzusetzen.

Die neue Offerte erstreckt sich nach Mitteilung der Gewerkschaften auf insgesamt 18 Monate und sieht eine Entgelterhöhung von zunächst zwei Prozent ab Februar 2009 vor. Im Jänner 2010 soll es weitere 2,5 Prozent geben. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 400 Euro. Die Forderung, die Erhöhung an den Unternehmenserfolg zu koppeln, habe die Bahn fallen gelassen, betonte der Vorsitzende von Transnet, Alexander Kirchner. Damit seien die Verhandlungen "ein Stück weiter gekommen".

Ferner seien Verbesserungen bei der Arbeitszeit vorgesehen, die aber noch genauer geprüft werden müssten, sagte Kirchner. Er wertete das Angebot als Reaktion auf die Warnstreiks, mit denen die Gewerkschaften Transnet und GBDA am Donnerstag Teile des Zugverkehrs lahmgelegt hatten. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel bekundete die Hoffnung, dass ein Abschluss gelingen werde. Kirchner und Hommel betonten, das Angebot der Arbeitgeber sei "Grundlage für Verhandlungen, aber nicht ausreichend".

Weitere Gespräche mit Lokführeren
Das Angebot wurde auch der parallel verhandelnden Lokführergewerkschaft GDL vorgelegt, die sich ebenfalls zu weiteren Verhandlungen bereiterklärte. Die Offerte zeige ein Entgegenkommen der Arbeitgeber bezüglich der Arbeitszeit und des Entgeltes, sagte ein GDL-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Kritisch äußerte er sich allerdings zum Problem des Lohndumpings für Lokomotivführer in Zeitarbeit. Hier hätten sich die Arbeitgeber noch nicht bewegt, so dass noch keinerlei Lösung in Sicht sei. Darauf aber werde die Gewerkschaft bei den weiteren Verhandlungen dringen.

Die Lokführergewerkschaft befindet sich im Gegensatz zu den beiden anderen Organisationen noch in der Friedenspflicht, die allerdings in der Nacht auf Sonntag ausläuft. In der jüngsten Tarifrunde hatten streikende Lokführer den Bahnverkehr mehrmals für ganze Tage lahmgelegt.

Keine Warnstreiks bis Montag
Am Montag will die Tarifkommission von Transnet und GDBA über die Ergebnisse der Verhandlungen beraten und das weitere Vorgehen beschließen. Bis dahin soll es keine weiteren Warnstreiks geben. Die Tarifgemeinschaft der beiden Gewerkschaften vertritt rund 130.000 Bahn-Beschäftigte. Sie fordert zehn Prozent mehr Geld sowie bessere Arbeitsbedingungen, unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Kalenderjahr und eine längerfristige Planung der Schichtdienste. Die GDL verhandelt für 20.000 Lokführer und verlangt 6,5 Prozent mehr Geld.

Die Deutsche Bahn hatte bisher vor allem darauf gepocht, dass die Gehälter nur dann deutlicher steigen, wenn das Unternehmen heuer seinen Rekordgewinn 2008 von 1,8 Milliarden Euro wiederholen könne.

(apa/red)