Kriminalität von

Annaberg: Polizei "zielorientiert"

Exekutive schließt die Evaluierung des Einsatzes beim Wilderer-Drama ab.

Der Wilderer von Annaberg © Bild: APA/REPRO Paul Plusch

Acht Monate nach dem Wilderer-Drama von Annaberg mit vier Toten hat das Innenministerium die Untersuchungen zum damaligen Polizeieinsatz abgeschlossen. Das Vorgehen sei "lageangepasst und zielorientiert" gewesen, hieß es im am Donnerstag präsentierten Evaluierungsbericht. Die Empfehlungen würden umgesetzt, betonte Konrad Kogler, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit.

Der Evaluierung zufolge sind "keine Faktoren festgestellt" worden, "die die Tathandlungen durch Alois H. zwingend verhindern hätten können". Der Täter habe "atypisch" gehandelt und "aktiv die Konfrontation mit der Polizei gesucht", so Kogler in einem Pressegespräch in Wien. Das Verhalten des Mannes sei "berechnend und gezielt auf Polizisten und Sanitäter gerichtet" gewesen, führte Claus Polndorfer, Leiter des psychologischen Dienstes im Innenministerium, aus. Ab einer gewissen Konfrontationsebene habe Alois H. "den Konflikt gesucht", um involvierte Beamte zu töten, sagte Marius Gausterer vom Referat für Sondereinsatzangelegenheiten.

Das Täterverhalten sei aber nicht nur "atypisch", sondern auch "taktisch sehr profund" gewesen. Der Mann hatte sich mit einem Sturmgewehr, einer weiteren Langwaffe und einer Glock "schwerst bewaffnet" gehabt, erinnerte Gausterer. Er sprach auch davon, dass sich Alois H. etwa am Tatort Sägewerk in Annaberg für einen guten Überblick "taktisch einwandfrei positioniert" habe. Einen solchen habe der Wilderer auch gehabt, als er sich über eine Wiese und in der Folge entlang des Waldrandes an der B20 absetzte.