Anhaltende Trockenheit in ganz Osteuropa:
Situationen in einigen Länder im Überblick

Trockenster April seit circa 100 Jahren verzeichnet! Bauern aus Nachbarländern befürchten Ernteausfälle

Anhaltende Trockenheit in ganz Osteuropa:
Situationen in einigen Länder im Überblick

Die Bauern in ganz Osteuropa fürchten aufgrund der anhaltenden Dürre Ernteeinbußen. Lesen Sie hier mehr über die Situationen in anderen Ländern:

Bulgarien
Erst kürzlich berichtete das bulgarische private Nationalfernsehsender bTV, dass die Bodenfeuchtigkeit 80 Prozent beträgt, was für die Wintersaat genügen kann, aber für die Frühlingssaat unzureichend sein wird. Um eine "normale Ernte" von Mais und Sonnenblumen erwarten zu können, müssten sich die Niederschläge bis Ende Mai erhöhen. Laut bTV erreichte beispielsweise die Niederschlagsmenge in Nordostbulgarien in der Region von Targowischte nur ein Drittel des Durchschnittswertes.

Rumänien
"Millionen Hektar Böden sind wegen der Dürre beschädigt worden, wobei man sich mit der Aufforstung auch nicht besonders beeilt", schreibt die rumänische Tageszeitung "Gardianul". Das weltweit angekündigte wärmste Jahr 2007 scheint die Verantwortungsträger im rumänischen Landwirtschafts- und Umweltministerium vorerst nicht zu alarmieren. Trotz aller Warnungen, die bereits von der Europäischen Umweltagentur gekommen sind, hätten rumänische Behörden bisher nichts unternommen, den landwirtschaftlichen Sektor konkret zu unterstützen.

Tschechien
Die heurige Ernteerträge in Tschechien um "einige Dutzend Prozent" einbrechen. Gefährdet seien vor allem die Rüben, betonte der tschechische Landwirtschaftsminister, Petr Gandalovic. Bei anderen Pflanzen müsse man noch die weiteren Niederschlagsmengen abwarten. Nach Auffassung des Präsidenten der Tschechischen Agrarkammer, Jan Veleba, könnte die Trockenheit vor allem für jene Pflanzen problematisch sein, die im Frühjahr gesät werden, namentlich Zuckerrüben und Getreide. Allerdings sei noch nichts verloren, falls der Regen bald komme.

Kroatien
In Kroatien hat die monatelange Trockenheit bereits große Schäden in der Landwirtschaft verursacht. In der Region Slawonien werden um 20 bis 40 Prozent geringere Ernteerträge erwartet - bei Zuckerrüben wird beispielsweise ein Minus von 40 Prozent erwartet, bei Raps von 30 Prozent, bei Gerste und Mais zwischen 20 und 30 Prozent. Sollte sich die Trockenheit weiter fortsetzen - im April fielen keine Niederschläge - dürften die Schäden noch größer werden. Angesichts der Dürre hätten viele Bauern in diesem Frühling erst gar nicht gesät, berichtete der Leiter der Landwirtschaftsabteilung in der regionalen Wirtschaftskammer in Osijek, Ernest Nadj.

Slowenien
Slowenien steuert auf den trockensten April der vergangenen 100 Jahre zu. In den meisten Teilen des Landes haben die Niederschläge bisher weniger als 10 Millimeter pro Quadratmeter betragen - das sind nur 3 bis 10 Prozent der herkömmlichen Durchschnittsmenge in diesem Monat. Daran wird sich den Wetterprognosen zufolge auch in der ersten Maiwoche nicht viel ändern. Bei den slowenischen Bauern steigt allmählich die Besorgnis über mögliche Ernteausfälle. Denn der Frühling 2003, der eine der größten Dürren mit katastrophalen Ausmaßen eingeleitet hatte, begann ähnlich.