Angst vor Rezession erfasst US-Wahlkampf:
Wirtschafts-Sorgen verstärkt thematisiert

Clinton setzt auf alternative Energie und Arbeitsplätze McCain schlägt Senkung der Unternehmenssteuer vor

Angst vor Rezession erfasst US-Wahlkampf:
Wirtschafts-Sorgen verstärkt thematisiert © Bild: Reuters/Snyder

Die Furcht vor einer Rezession in den USA hat nun auch deutlich den US-Wahlkampf erfasst - zumindest als Thema der Kandidaten bei ihren Auftritten vor den Vorwahlen. Sowohl bei den Republikanern in South Carolina als auch bei den Demokraten in Nevada wurden dabei knappe Entscheidungen erwartet. Wie sehr das Thema Wirtschaft die Menschen beschäftigt, zeigte auch eine Umfrage, wonach sechs von zehn US-Bürgern der Ansicht sind, dass die Rezession schon begonnen hat.

Hillary Rodham Clinton wandte sich in Kalifornien an vorwiegend schwarze Wähler in der von Kriminalität und Armut geplagten Stadt Compton. Ihnen versprach sie, sich als demokratische Präsidentin für Arbeitsplätze bei der Erschließung alternativer Energiequellen einzusetzen. Zudem wolle sie die Wiedereingliederung von Straffälligen in die Gesellschaft mit einem speziellen Programm fördern.

Wahlkampfthema Wirtschaft
Auch bei den republikanischen Kandidaten stand beim Wahlkampf in South Carolina, wo zuletzt Arbeitsplätze in der Textil- und der Stahlindustrie verloren gingen, die Wirtschaft im Mittelpunkt. Genau mit diesem Thema hatte Exgouverneur Mitt Romney in Michigan seinen ersten Sieg in den Vorwahlen gewonnen. Aber auch seine bisher härtesten Kontrahenten, der frühere Senator von Arizona und Vietnamkriegsgefangene John McCain und der frühere Baptistenprediger Mike Huckabee, machten sich Hoffnung, mit einem Sieg in South Carolina Schwung für den "Super-Dienstag" (Super Tuesday) am 5. Februar zu bekommen. Dann wird in 22 Staaten gewählt.

Senkung der Unternehmenssteuer
McCain schlug eine Senkung der Unternehmenssteuern vor, um die US-Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen. Ähnlich äußerte sich auch der frühere Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, der sich ganz auf die Vorwahl am 29. Februar in Florida konzentriert.

Schwarze Wählerschaft entscheidend
Am 19. Jänner wird in Nevada nur bei den Demokraten gewählt, in South Carolina nur bei den Republikanern. In letzterem Staat finden die Vorwahlen der Demokraten eine Woche später, also am 26. Jänner, statt. Dabei könnte sich bereits die Frage entscheiden, wer am meisten von den schwarzen Wählern unterstützt wird. Dies würde Beobachtern zufolge einen bedeutenden Hinweis auf den nächsten demokratischen Präsidentschaftskandidaten geben.

"Premieren" in US-Präsidentschaft
Barack Obama hofft, der erste schwarze Präsident der USA zu werden, Clinton will dies als erste Frau schaffen. Ihrem Mann, Expräsident Bill Clinton, hatten vor allem Schwarze zum Sieg verholfen. Vor der anstehenden Wahl in Nevada lagen Clinton, Obama und John Edwards bei den Demokraten fast gleichauf.

(apa/red)