Angst vor englischen Hooligans: Bei 716 Gewalttätern läuft Sperre noch vor WM ab!

Rund 4.000 weitere Rowdys dürfen nicht ausreisen

Mehr als 700 verurteilte Hooligans aus England haben die Möglichkeit zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) zu reisen, wie die Tageszeitung "The Times" berichtete. Grund dafür ist die Tatsache, dass im WM-Vorfeld insgesamt 716 Drei-Jahres-Sperren gegen "Football"-Rowdys auslaufen und die britischen Behörden nichts tun können, um diese fanatischen Anhänger an einer Reise zur WM zu hindern.

Diese 716 Personen sind als gewalttätig bekannt und allesamt bei Ausschreitungen um bzw. vor Stadien bereits negativ aufgefallen, wie "The Times" berichtete. Rund 4.000 andere Hooligans aus England dürfen dagegen nicht nach Deutschland, da sie während der WM noch "gesperrt" sind und deshalb für die Zeit der Endrunde ihre Reisepässe abgeben müssen.

Laut dem für England und Wales zuständigen Innenministerium sind bzw. werden insgesamt 877 "Sperren" vor der WM auslaufen, wobei nur gegen 161 dieser bekannten Hooligans neuerliche Sanktionen ausgesprochen werden können. Übrig bleiben also exakt 716 "troublemakers", die ungehindert nach Deutschland reisen dürfen.

Pro England-Match in der k.o.-Phase werden jeweils 100.000 Fans von der Insel in der jeweiligen deutschen WM-Stadt erwartet. Für das Auftaktspiel am 10. Juni in Frankfurt am Main gegen Paraguay hat der englische Verband (FA) exakt 5.300 Tickets von den Veranstaltern erhalten. Auf Grund von Schwarzmarkt-Verkäufen werden aber rund 15.000 England-Fans in der 43.324 Zuschauer fassenden WM-Arena erwartet.

Die britische Polizei unterstützt die deutsche Exekutive während der WM vor Ort mit 79 Beamten, von denen 44 in Uniform Dienst versehen. Zusätzlich werden acht mobile Polizei-Einheiten aus Großbritannien die deutschen Grenzbeamten unterstützen, denn während der Endrunde wird es wieder Kontrollen an den deutschen Grenzübergängen zu Österreich, Dänemark, Frankreich und den Benelux-Ländern geben, die anderen beiden Nachbarn Polen und Tschechien sind noch keine Schengen-Länder. Und die Justiz im WM-Land erhält "Support" durch vier britische Staatsanwälte. (apa)