Angriff auf äthiopische Truppen in Somalia:
Schwere Kämpfe mit Toten auf beiden Seiten

Mindestens acht Menschen kamen dabei ums Leben Äthiopische Militärfahrzeuge wurden angegriffen

Bei einem neuen Anschlag auf äthiopische Truppen in Mogadischu sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen drei Zivilisten. Augenzeugen berichteten, Bewaffnete hätten Granaten auf einen äthiopischen Militärkonvoi abgefeuert. Zwei Fahrzeuge seien in Flammen aufgegangen. Das Gefecht habe länger als eine Stunde gedauert. In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Anschläge auf äthiopische Truppen in Mogadischu gegeben, die seit Ende Dezember an der Seite der somalischen Übergangsregierung die islamischen Milizen weitgehend vertrieben haben.

Die somalische Übergangsregierung erteilte unterdessen drei privaten Rundfunkstationen ein Sendeverbot. Sie forderte die Sender HornAfrik, Shabelle und IQK Radio schriftlich auf, ihr Programm umgehend einzustellen. Das somalische Parlament hatte am Wochenende die Verhängung des Kriegsrechts gebilligt, das der Regierung weite Handlungsfreiheit einräumt, um Ruhe und Ordnung herzustellen. Bewohner von Mogadischu zeigten sich besorgt wegen der Einschränkung der Pressefreiheit und zunehmender Gewalt in der Stadt.

Regierungssoldaten und ihre äthiopischen Verbündeten durchkämmten weiterhin Teile der Stadt, um Waffen zu konfiszieren. Auch das Wachpersonal der Coca Cola-Fabrik von Mogadischu, die ein aus dem Exil zurückgekehrter Somali vor etwa drei Jahren eröffnet hatte, musste ihre Kalaschnikows abgeben. "Wie sollen wir uns jetzt gegen Überfälle schützen?", fragte ein Angestellter.

Unterdessen wurden Bemühungen fortgesetzt, eine afrikanische Friedenstruppe aufzustellen, die nach dem geplanten Abzug der Äthiopier zum Einsatz kommen soll. Ein Team der Afrikanischen Union ist seit dem Wochenende in Mogadischu, um den Einsatz vorzubereiten. Kenia hat mehrere Minister entsandt, um für die Bereitstellung von Truppen zu werben. Bisher haben lediglich Uganda und Nigeria Soldaten für den Einsatz zugesagt.

(apa/red)