Angriff auf eine Polizeischule in Pakistan:
Schüsse & Granaten fordern bis zu 40 Tote

Bewaffnete Angreifer drangen in Polizeizentrum ein Unter Toten dürften sich zahlreiche Schüler befinden

Angriff auf eine Polizeischule in Pakistan:
Schüsse & Granaten fordern bis zu 40 Tote © Bild: Reuters/Imam

Ein Anschlag mit zahlreichen Toten hat erneut das Ausmaß der Terrorbedrohung in Pakistan offen gelegt: Durch den Angriff einer Gruppe Bewaffneter auf eine Polizeischule nahe der ostpakistanischen Stadt Lahore wurden mindestens 20 und bis zu 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Den Sicherheitskräften gelang es erst nach einem stundenlangen Feuergefecht, die Oberhand über die Angreifer zu gewinnen.

Die Angreifer stürmten nach Angaben der Polizei in der Früh, mit Sturmgewehren und Granaten bewaffnet, in das Schulungszentrum der Polizei in Manawan nahe Lahore. Ein Teil der zehn- bis zwölfköpfigen Gruppe war offenbar mit Uniformen als Polizisten getarnt. Den Angaben zufolge töteten sie Wächter am Hintereingang des Geländes und verschafften sich so Zugang. Erst sei eine Handgranate über die Mauer des Geländes geworfen worden, dann hätten die Angreifer wahllos auf die Polizisten geschossen, sagte ein Kadett der Schule dem TV-Sender Geo.

Viele Tote und einhundert Verletzte
Es wurden noch weitaus mehr Todesopfer befürchtet. Etwa 60 verwundete Polizisten seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sprach von hundert Verletzten. Mindestens vier Angreifer wurden nach Angaben des Innenministeriums getötet.

Erst knapp acht Stunden nach Beginn des Angriffs gelang es den Sicherheitskräften, die Polizeischule wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Schwer bewaffnete Soldaten einer paramilitärischen Einheit wurden zur Bekämpfung der Angreifer eingesetzt. Über der Polizeischule kreisten Hubschrauber. Während der Schießerei waren aus dem Gelände mehrere Explosionen zu hören. Vom Dach des Gebäudes verkündeten Einsatzkräfte schließlich den Sieg über die Angreifer, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Verdächtiger festgenommen
Zahlreiche Krankenwagen fuhren daraufhin auf das Gelände, um Verwundete zu bergen. Medienberichten zufolge hatten die Angreifer in den Stunden zuvor auch rund 35 Geiseln genommen. Mindestens ein bewaffneter Verdächtiger wurde nach Angaben der Polizei nahe des Schulungszentrums festgenommen. Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich etwa 700 Polizeianwärter auf dem Gelände.
(apa/red)