Angestrebter BAWAG-Vergleich mit Refco-Gläubigern: ÖGB zahlt bei Einigung mit

Höhe der Gewerkschafts-Beteiligung noch geheim Hundstorfer erwartet US-Vergleich in nächsten Tagen

Der ÖGB-Bundesvorstand hat am Dienstag jenem Teil des Vergleichs der BAWAG mit den amerikanischen Refco-Gläubigern, der die Gewerkschaft betrifft, zugestimmt. Die ÖGB-Tochterbank BAWAG verhandelt in den USA seit Wochen mit Gläubigern des zusammengebrochenen Brokerhauses Refco um einen Globalvergleich, der drohende milliardenschwere Prozessrisiken - sowohl für die Bank als auch für den ÖGB - abwehren soll.

APA-Informationen zufolge könnte es bis zur zweiten Wochenhälfte bis zum erhofften großen "Deal" mit den Amerikanern dauern.

Eine Klagsdrohung gegen den ÖGB in den USA ist ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer derzeit nicht bekannt. "Zur Stunde liegt uns nichts vor", sagte er nach der Bundesvorstandssitzung vor Journalisten. Wie viel des US-Vergleichs auf die Gewerkschaft entfällt und wie hoch die Gesamtsumme für das "settlement" in den USA ausfallen soll, sagte Hundstorfer nicht. Er erwartet eine endgültige Einigung über das Settlement in den USA "in den nächsten Tagen".

Wie der Österreichische Gewerkschaftsbund seinen Part in dem bevorstehenden US-Vergleich berappt, sagte Hundstorfer nicht. Er deutete aber - ohne weitere inhaltliche Erläuterung - an, dass es dabei um keine Haftungsfrage gehe. Vielmehr sei es eine Frage, die sich auf Grund eines gewissen Verkaufserlöses ergebe, das sei "eine Verzichtsfrage" gewesen, formulierte Hundstorfer vor den Medien.

Angesichts neuer Sammelklagsdrohungen wurde zuletzt in informierten Kreisen davon ausgegangen, dass der erwünschte Globalvergleich, der alle Gläubigergruppen in einem Aufwasch befriedigt - so ein solcher Globalvergleich für eine Privatfirma nach US-Recht überhaupt möglich ist - für die Bank recht teuer wird. Die Rede war von verschiedenen Seiten von gesamthaft einer Milliarde Euro, um tatsächlich höchstmögliche Rechtssicherheit zu erhalten. Von Bank und ÖGB gibt es keine Angaben über Summen und Verhandlungsstand.

(apa/red)