Angeklagter Arzt in Dubai von

Prozess fortgesetzt

Adelsmayer in Dubai vor Gericht - Verhandlung "ganz gut gelaufen" - Rückkehr morgen

Angeklagter Arzt in Dubai - Prozess fortgesetzt © Bild: APA/EPA

Der wegen Mordes in Dubai angeklagte oberösterreichische Mediziner Eugen Adelsmayr ist neuerlich in den Vereinten Arabischen Emiraten vor Gericht gestanden. Der Prozess wurde mit der Befragung zweier Zeugen fortgesetzt. Die eineinhalbstündige Verhandlung ist "ganz gut gelaufen", berichtete der 52-jährige Angeklagte im Anschluss. Morgen, Dienstag, soll Adelsmayr zurück nach Salzburg fliegen.

Ende September erlaubten die Behörden dem Bad Ischler erstmals die Rückkehr nach Österreich. Adelsmayr, dem bereits im Februar 2009 der Tod eines Patienten im Rashid Hospital zu Last gelegt wurde und der seither nicht mehr nach Österreich ausreisen durfte, erhielt seinen Reisepass zurück. Nach umfangreichen diplomatischen Bemühungen wurde dem 52-Jährigen eine humanitäre Ausreiseerlaubnis erteilt - Grund dafür ist die schwere Krankheit der Frau des Mediziners. Auch in Zukunft darf Adelsmayr die Zeit zwischen den Verhandlungen in Österreich zu verbringen.

Nächster Prozesstermin am 30. Oktober
Am gestrigen Sonntag stand der 52-Jährige zum insgesamt fünften Mal vor Gericht. Mit der eineinhalbstündige Verhandlung ist die Zeugeneinvernahme der Anklage abgeschlossen. Insgesamt fünf Ex-Kollegen von Adelsmayr wurden befragt. "Beim nächsten Prozesstermin am 30. Oktober wird es zur Anhörung erster Zeugen der Verteidigung kommen", sagte Launsky-Tieffenthal. Der Angeklagte wird weiterhin im Verfahren von der Chefin der Rechtsabteilung des Außenministeriums, Elisabeth Ellison-Kramer, und dem österreichischen Botschafter in den VAE, Julius Lauritsch, unterstützt.

Die Anklage beschuldigt den 52-Jährigen, einen querschnittsgelähmten Patienten im Februar 2009 durch Unterlassung von Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Adelsmayr soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Als der gelähmte Patient starb, war der Bad Ischler eigenen Angaben zufolge bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus. Bereits vor dem Vorfall im Rashid Hospital hatte Adelsmayr seine Kündigung eingereicht, er war dort mehr als drei Jahre als Leiter der Intensivstation tätig.