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Bequem in ein Debakel

Markus R. Leeb über die sieben Thesen des Hannes Androsch.

Markus R. Leeb © Bild: NEWS/Katharina Stögmüller

Der Wahlkampf hat begonnen, und hohle Phrasen dominieren die Plakatwände. Mitten in die Fadesse der mehr oder weniger belämmerten Parteiversprechen platzt ein Unbequemer: Hannes Androsch stört.

Der legendäre Finanzminister, dessen unermüdlicher Einsatz nicht von allen geschätzt wird, hat seine Sorge um Österreich in Buchform gegossen. „Das Ende der Bequemlichkeit“ lautet der Titel des am 26. August erscheinenden Werkes (Brandstätter Verlag, 144 Seiten). Der Initiator des Bildungsvolksbegehrens nützt seine Gabe der ganzheitlichen Betrachungsweise, um in sieben Thesen aufzuzeigen, wie unser aller Wohlstand bedroht ist. Das hat viel mit Mutlosigkeit, Populismus und fehlender Leadership der Politik zu tun. Letztendlich seien es aber wir, die unsere Volksvertreter dazu bringen müssen, zu handeln und mutig Reformen zu wagen. Erfolge der Vergangenheit seien keine Garantie für die Zukunft.

Bleibt die Hoffnung, dass sich Regierungs- und Oppositionsparteien von Androsch gestört fühlen. Sie sollten sich vorstellen, dass vielleicht die Machtverteilung in Österreich doch nicht so wie vorhergesagt bleibt wie sie ist. Dies könnte jenen Druck erzeugen, der erst zu Denken gibt und dann zum Handeln zwingt. Das hätte sich Österreich verdient: eine Zukunft als blühende Nationen.

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