Fussball von

Andreas Müller im Interview:
Tradition, Emotion, Leidenschaft

Rapids neuer Sportdirektor erklärt auch, warum Salzburgs Erfolge so wichtig sind

Andreas Müller vor dem Rapid-Logo © Bild: GEPA pictures/ Philipp Brem

Andreas Müller weiß, wie ein Traditionsverein tickt. Immerhin hat der 51-jährige gebürtige Stuttgarter fast 20 Jahre lang als Spieler und später als Manager von Schalke 04 gelernt, dass für die Fans eines solchen Klubs im Endeffekt nur Titel zählen. Als Spieler holte der Schwabe 1997 immerhin den UEFA-Pokal nach Gelsenkirchen. Als Manager wurde er mit den "Königsblauen” 2007 Vize-Meister.

Seit 1. Jänner 2014 ist der Top-Manager jetzt Sportdirektor bei Österreichs Rekordmeister Rapid und soll die Hütteldorfer trotz begrenzter finanzieller Mittel wieder in lichte sportliche Höhen führen. Sein Rezept: Durch nachhaltige Nachwuchsarbeit wollen die "Grün-weißen” dem Liga-Krösus Red Bull Salzburg schon bald wieder ernsthaft Paroli bieten. Mit purer Leidenschaft und einem attraktiven Spielstil.

NEWS: Was treibt einen erfolgreichen Klubmanager aus dem Fußball-Schlaraffenland Deutschland nach Österreich?

Andreas Müller: Schon in den Monaten vor dem ersten Kontakt mit Rapid hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ein neuer Abschnitt in meinem Leben auf mich zukommt, dass ich etwas Neues in einem anderen Umfeld machen will. Ich habe mir immer schon gewünscht, eine junge Mannschaft aufzubauen, nachhaltige Strukturen im Nachwuchsbereich zu schaffen. Trotzdem war ich überrascht, als Rapid bei mir angeklingelt hat. Und wie der Zufall so spielt, habe ich unmittelbar vor diesem Anruf mit meiner Frau ein Wochenende in Wien verbracht. Bei dieser Gelegenheit habe ich zu meiner Frau übrigens gesagt, dass es mir in dieser Stadt sehr gut gefallen würde.

Rapid-Sportdirektor Andreas Müller unter dem Logo
© GEPA pictures/ Philipp Brem Das neue Gesicht von Rapid - Andreas Müller

NEWS: Wie sehr hat Sie die Traditionsmarke Rapid gereizt?

Müller: Ich sehe viele Parallelen zwischen meinem früheren Klub Schalke 04 und Rapid. Auch wenn die Dimensionen andere sind, so sind sich beide Klubs doch sehr ähnlich. Beide Klubs verfügen über eine große Tradition und wecken viele Emotionen. Ich bin seit über 30 Jahren im Fußball tätig und weiß, dass ich mich nur bei einem Verein mit Tradition, Emotion und Leidenschaft wirklich wohlfühle - lauter Dinge, die Rapid auszeichnen.

NEWS: Welchen Ruf hat der österreichische Fußball international gesehen?

Müller: Rapid hat nicht nur in Österreich, sondern auch international nach wie vor einen guten Namen. Wir haben ja in den letzten Jahren regelmäßig in der Europa League gespielt. Auch die internationalen Auftritte von Salzburg in dieser Saison haben dem österreichischen Fußball sehr viel Imagegewinn gebracht. Die Erfolge von Salzburg gegen Ajax Amsterdam zum Beispiel sind ein Glücksfall für die ganze Liga. Die Wertigkeit des österreichischen Fußballs in Europa ist heute sehr viel höher. Viele deutsche Vereine suchen regelmäßig in Österreich nach Talenten. Nicht zuletzt gibt es sehr viel positives Echo für die Entwicklung der Nationalmannschaft unter Marcel Koller. Die Österreicher sollen ihr Licht nicht immer unter den Scheffel stellen. In der kurzen Zeit, in der ich hier arbeite, kann ich nur Positives über die Arbeit bei den Klubs und im Verband sagen, vor allem im Nachwuchsbereich. Dafür gibt es auch in Deutschland sehr viel Anerkennung.

Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen NEWS in ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

Kommentare