Porträt von

Wer ist
Andreas Gabalier?

Die Fans lieben ihn, die Kritiker weniger. Warum polarisiert der "Volks-Rock'n'Roller" so?

Gabalier © Bild: APA/Adelsberger

„Die Volksmusik hat einen neuen Star“, schrieb die Österreichische Presseagentur im Jahr 2011 über Andres Gabalier. Acht Jahre später ist er einer der erfolgreichsten Musiker Österreichs. Doch erfreut der „Volks Rock’n’Roller“ seine zahlreichen Fans mit Lederhosen-Tracht, rot-weiß-kariertem Stofftuch und viel Heimatliebe, so werfen ihm Kritiker immer wieder ein rückständiges Frauenbild oder eine Ideologie rechts der Mitte vor. Wer ist er also, dieser selbsternannte „Volks Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier, der das Land so polarisiert?

  • Name: Andreas Gabalier
  • Geburtstag: 21. November 1984 in Friesach (Kärnten)
  • Sternzeichen: Skorpion
  • Größe: 183 cm
  • Wohnort: Graz - St. Peter
  • Hits: Hulapalu, Amoi seg ma uns wieder, I sing a Liad für di, Sweet Little Rehlein,…
  • Familienstatus: In einer Beziehung mit Moderatorin Silvia Schneider

Andreas Gabalier wurde 1984 im Kärntner Friesach als zweitältestes von vier Kindern von Wilhelm und Huberta Gabalier geboren. Den französisch klingenden Familiennamen brachte ein Soldat 1796 unter Napoleon nach Österreich. Gabalier wuchs in Graz auf, wo er die Handelsakademie abschloss und ein Studium der Rechtswissenschaften begann. Seine familiäre Situation ist vor allem bekannt durch den Suizid seines Vaters im Jahr 2006 und jenen seiner Schwester im Jahr 2008. Im Lied „Amoi seg‘ ma uns wieder“ hat er diese Schicksalsschläge verarbeitet.

Gabalier und die Liebe

Privat ist Gabalier mit der Moderatorin und Designerin Silvia Schneider seit etwa fünf Jahren liiert. Eine Beziehung, die "schwierig zu meistern" sei, wie der Musiker einst verriet. Der Grund sei einerseits die Tatsache, dass beide so in der Öffentlichkeit stehen, aber auch die beruflichen Agenden. Man sei "bemüht, sich Freiräume zu schaffen", erzählte Schneider einst in einem Interview. Die beiden sind selten gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen.

Gabalier Schneider
© APa/Neubauer Andreas Gabalier und Silvia Schneider: Selten gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen

Karriere-Beginn 2008

Auch wenn die Österreichische Presseagentur (APA) 2011 Andreas Gabalier als neuen Volksmusik-Star betitelte, so begann seine musikalische Karriere bereits drei Jahre zuvor, als er hobbymäßig einige Lieder textete und im Keller einsang. Im Mai 2009 erschien dann sein Debütalbum „Da komm‘ ich her“ und 2010 „Herzwerk. Beide Platten wurden mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Andreas Gabalier Diskografie
Jahr Platte
2009 Da komm' ich her
2010 Herzwerk
2011 Volks-Rock'n'Roller
2013 Home Sweet Home
2015 Mountain Man
2018 Vergiss mein nicht
»Es war mir ein Anliegen die volkstümliche Musik in ein neues Licht zu rücken. «

Innerhalb kürzester Zeit avancierte er mit seiner Lederhose, der Haartolle, dem Hüftschwung, seinem Markenzeichen, dem rot-weiß-karierten Stofftuch und den Mikroständern mit Hirschgeweih zum Liebling der Szene. Dennoch wollte sich der damals 26-Jährige nicht auf ein allzu rustikales Genre festlegen lassen: "Es war mir ein Anliegen die volkstümliche Musik in ein neues Licht zu rücken. Zurück zu erdigen Produktionen, weg von Apres-Ski und Ballermann."

Gabalier Bühne
© APA/DPA/Hörhager So lieben die Fans ihren "Andi": Mit Haartolle, Stofftuch und Hirschgeweih

Der große Erfolg - und die "typischen Fans"

Unter diesem Aspekt erschien 2011 sein drittes Album, dass den „Alpenelvis“ zum selbsternannten „VolksRock’n’Roller“ machte. Der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten. Die Fans vor den Bühnen, die Andreas Gabalier bespielt, sind auf der traditionellen Seite: Allen voran Frauen – jeden Alters, in Tracht, bevorzugt „mit geflochtenen Zopferln“ und „engen Bluserln“ (O-Ton Gabalier) schmachten ihren Helden in „Tu felix Austria“-Unterhose an, wie er bei der letzten Nummer stets sein T-Shirt zerreißt.

Gabalier und die Emanzipation

Doch trotz der hohen Frauenquote im Publikum, ist Emanzipation wohl nicht gerade das Lieblingswort des Volksmusikers, dessen Aussagen – und Taten - nach zu urteilen. So sorgte er erstmals für eine Welle der Empörung, als er beim Formel-1-Grand Prix von Österreich in Spielberg 2014 einfach die alte Version der Bundeshymne, also jene ohne „Töchter“, vortrug. Trotz herber Kritik zeigte Gabalier keine Einsicht, im Gegenteil, betonte er in einem „ZIB 24“-Auftritt noch einmal seine Bekenntnis zu den von ihm verehrten „Dirndln“ und er veröffentlichte einen offenen Brief.

Gabalier Formel 11^
© APA/Techt Aufregung um weggelassene Frauen in der Bundeshymne beim F1-Grand-Prix in Spielberg 2014

Doch statt das Thema zu beenden, goss der Sänger immer wieder Öl ins Feuer und ließ mit Aussagen wie „Heute traut sich die Frau schon fast nicht mehr, sich zu freuen, wenn sie sich zu Hause um die Kinder kümmert, weil es so hingestellt wird, als wäre das der größte Fauxpas überhaupt“ oder der Aufforderung, dass Mütter länger zuhause bleiben sollten, aufhorchen und erntete den Zorn der Kritiker – und Lob von Gleichgesinnten.

Seitenhieb auf Homosexuelle

Doch nicht nur eine progressive Rollenverteilung der Geschlechter findet bei Gabalier nicht so richtig Anklang, auch Homosexuelle bekamen ihren Seitenhieb ab. Bei den Amadeus Awards 2015 fuhr er für seine Aussage, dass man es mittlerweile schwer habe, „wenn man als Manderl noch auf Weiberl“ stehe, zahlreiche Buhrufe aus dem Publikum ein.

Gabalier Amadeus
© APA/Hochmuth "Man hat es mittlerweile schwer, wenn man als Manderl noch auf Weiberl steht", sagte Gabalier bei den Amadeus Awards 2015 - und erntete Buhrufe

Rechte Ideologie?

Zudem wird Gabalier von Kritikern gern ideologisch deutlich rechts von der Mitte geortet. Ein Lob von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für Gabaliers Bekennung zu alten Werten trug unter anderem dazu bei. Außerdem kursierte immer wieder der Vorwurf, das Cover der Platte „Volks-Rock’n’Roller“ zeige den Musiker einer an das Hakenkreuz erinnernden Pose. Die deutsche „taz“ ging noch einen Schritt weiter und schrieb: "Wer beim 'Volks-Rock-'n'-Roller' genauer hinhört, bemerkt, dass es jenseits der harmlosen Nostalgie und Liebe zum Dorf auch um Blut-und-Boden-getränkte Ideologie und rigide Identitäten geht, völkische wie sexuelle. Aber Gabalier bereitet sie so massenkompatibel auf, dass seine Musik im Service-Radio gespielt wird."

»"Bin weder homophob noch frauenfeindlich und auch nicht rechtspopulistisch unterwegs«

All diese Vorwürfe will Andreas Gabalier jedoch nicht gelten lassen. Er sei „weder homophob noch frauenfeindlich und auch nicht rechtspopulistisch unterwegs“, sagte er einem Interview mit dem Kurier anlässlich der Ehrung seiner Person mit dem Karl-Valentin-Orden Anfang dieses Jahres, die ebenfalls für Furore sorgte.

»Glauben die wirklich, dass ich so dumm bin, dass ich mir diesen Erfolg mit irgendeinem dieser Vorwürfe selbst in den Boden scharren würde?«

Gegenschlag an Kritiker

Vielmehr glaube er, dass er einfach zu groß geworden sei. Sein Erfolg habe eine Dimension bekommen, die es bisher in Österreich noch nicht gegeben habe, so der Steirer. Die Kritik komme jedoch von einer kleinen Minderheit, die sich weder mit seiner Person, noch seinen Liedtexten auseinandersetze. "Glauben die wirklich, dass ich so dumm bin, dass ich mir diesen Erfolg mit irgendeinem dieser Vorwürfe selbst in den Boden scharren würde?“, so Gabalier in dem Interview, in dem er auch zum Gegenschlag ausholte: "Die selbst ernannten Toleranten sind oft intolerant. Wie krank muss man sein, wenn man in allem etwas sucht, wo nichts da ist?" Wenn im Gegenteil jeder so tolerant und fleißig wäre wie er, dann gäbe es keine Probleme innerhalb der Gesellschaft, befand der Musiker.

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Debatte um Parteiveranstaltung - Schützenhilfe vom Kanzler

Um Toleranz und Kritik ging es auch dieser Tage erneut, als die Grazer SPÖ bei einer Kundgebung der gebuchten Band das covern von Gablier-Songs verbieten wollte. Die Band spielte dennoch ein Lied, woraufhin ein rotes Parteimitlied sich auf der Bühne davon distanzierte. Man wolle die Gabaliers Lieder nicht aufgrund dessen Frauenbild. Gabalier bezeichnete den Vorfall als „Skandal“ sowie „Faschismus in reinster Form.“ Und Kanzler Sebastian Kurz sprang dem „Volks Rock’n’Roller“ zur Hilfe und forderte auf, „die Kunst sowie die Künstlerinnen und Künstler frei arbeiten“ zu lassen, „egal wie sie aussehen, welche Musik sie spielen oder Meinung sie haben.“ Gabalier bedankte sich daraufhin für die „weisen und smarten“ Worte beim Kanzler.

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Gabalier grinsend
© APA/Punz Gabalier kann sich freuen: Die Kritik tut dem Andrang auf seinen Konzerten keinen Abbruch

"Ich treffe sehr wohl den Nerv der Menschen"

Was auch immer die Kritik an Gabalier und seinen Ansichten bewirken mag, die Fans hält sie auf jeden Fall nicht davon ab, in Scharen zu seinen Konzerten, wie etwa den jährlichen „Heimspiel“-Open-Airs in Schladming, zu pilgern. Eine Tatsache, die dem Musiker durchaus bewusst ist: „Ich treffe sehr wohl den Nerv der Menschen. Offenbar sind die Menschen am Land noch halbwegs bodenständig und normal“, streut er seiner Zielgruppe und seinen Fans Rosen, um gleich darauf wieder in die andere Richtung zu sticheln: „obwohl ich mich schon gar nicht mehr traue, dieses Wort in den Mund zu nehmen.“

Gablaier Fans
© APA/Scheriau Gabalier bei seinem Konzert: Die Fans lieben ihn

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