Andi Herzogs Vergleich mit Schmach von Landskrona 1990: "Nicht so katastrophal"

Trauma hatte Team damals 'drei Jahre zurückgehaut' Heimsieg gegen Serbien scheint nach Blamage Pflicht

Andi Herzogs Vergleich mit Schmach von Landskrona 1990: "Nicht so katastrophal" © Bild: APA/Jäger

Vergangenheitsbewältigung sieht anders aus. 18 Jahre nach dem Fußball-Trauma, einem 0:1 gegen die Färöer im schwedischen Landskrona, hat sich das ÖFB-Team gegen die Insel-Kicker erneut blamiert. Das 1:1 ist nicht nur ein herber Rückschlag in der WM-Qualifikation, sondern auch eine mentale Herausforderung. "Landskrona war eine ähnliche Situation. Wir waren ein sehr junges, gutes Team. Aber das Spiel hat uns um drei Jahre zurückgehaut", erklärt Andreas Herzog.

Ähnliches soll bei der aktuellen Mannschaft verhindert werden. "Es war nicht so katastrophal wie damals. Es schaut noch nicht so wild aus. Aber natürlich ist ein Unentschieden viel zu wenig", betonte Herzog. "Uns fehlt einfach noch die nötige Konstanz." Dadurch habe sich die Mannschaft auch um den Lohn ihres Sensationssieges zum Auftakt gegen Frankreich (3:1) gebracht. "Man hat aber schon damals gesehen, dass wir das Spiel nicht dominiert haben", erinnerte Herzog. "Viele haben sich davon vielleicht täuschen lassen."

Spielerisch bestünde noch Aufholbedarf, meine Herzog. "Wir dürfen uns nicht immer nur auf unsere Standards verlassen", sagte der Team-Trainer unter Chefcoach Karel Brückner. Tatsächlich haben die Österreicher seit sieben Spielen kein Tor mehr unmittelbar aus dem Spiel heraus erzielt. Zuletzt war das im letzten Test für die EURO 2008 in Graz gegen Malta (5:1) gelungen. "Gegen Mannschaften wie die Färöer muss man aber einfach in Führung gehen. Das kann eigentlich nicht sein", sagte Herzog. "Wir sind alle sehr enttäuscht."

Nun ist Moral gefragt
Entscheidend sei es nun für die Moral der Mannschaft, in Gruppe 7 so lange wie möglich im Rennen zu bleiben. "Wenn wir jetzt aber auch noch gegen Serbien verlieren, dann geht es nur noch um die Goldene Ananas. Dann wird es sehr schwierig", meinte Herzog. Dementsprechend rief der 40-Jährige das Team zu einer konzentrierten Vorbereitung und die Fans zur Unterstützung auf. "Die Enttäuschung bei den Fans ist groß, das verstehe ich", betonte der 103-fache Internationale. "Wir haben zuletzt ja auch nicht berauschend gespielt."

Die Bedingungen in Torshavn bezeichnete Herzog als "windig, aber nicht irregulär". Die Färöer hätten sich im Vergleich zu Landskrona 1990 technisch weiterentwickelt - wenn auch ihre Spielanlage eine ähnliche blieb. "Trotzdem gibt es Spiele, die du einfach gewinnen musst. Wenn du das nicht tust, dann brauchst du auf die anderen gar nicht zu schauen." Dabei hätte ein anderes Ergebnis dem ÖFB-Team sogar in die Karten gespielt: Rumänien und Frankreich trennten sich 2:2 und liegen damit beide vorerst hinter den Österreichern.

(apa/red)