Anders Behring Breivik von

Heftige Kritik an Polizei

Unabhängige Kommission urteilt: Attentäter "hätte früher gestoppt werden können"

Anders Behring Breivik - Heftige Kritik an Polizei © Bild: APA/EPA

Schwere Vorwürfe gegen die norwegische Polizei: Eine unabhängige Kommission behauptet, der Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo hätte verhindert werden können, wenn die "existierenden Sicherheitsmaßnahmen effektiv angewandt worden wären". In dem Bericht heißt es weiter, Anders Behring Breivik hätte zudem "früher gestoppt werden können".

In dem Bericht einer zehnköpfigen Kommission unter Leitung der Anwältin Alexandra Bech Gjörv wird der norwegischen Polizei vorgeworfen, nach der Bombenexplosion und während des Massakers auf Utöya viel zu langsam gehandelt zu haben. "Ein schnellerer Polizeieinsatz war eine realistische Möglichkeit", schreiben die Autoren.

"Mehrere große Schwächen"
Die Langsamkeit der Polizei in der "ersten Phase" ihres Einsatzes sei "inakzeptabel". Die Behörden seien darin gescheitert, die Menschen auf Utöya zu schützen und Breivik zu stoppen. Gjörv sagte, der Bericht zeige "mehrere große Schwächen" in der Reaktion auf die Anschläge auf. Aufgeführt werden unter anderem Kommunikationsprobleme und die Missachtung von Einsatzregeln. So habe es viel zu lange gedauert, bis eine Beschreibung von Breivik und seinem Fahrzeug durchgegeben wurde.

Breivik zu spät festgenommen
Bereits kurz nach den Anschlägen war die norwegische Polizei in die Kritik geraten. Zwischen der Bombenexplosion in Oslo und Breiviks Festnahme auf Utöya vergingen mehr als drei Stunden, obwohl Breiviks Name den Sicherheitsbehörden bereits bekannt war. Auf Utöya feuerte Breivik rund eineinviertel Stunden lang auf die Teilnehmer des Jugendlagers, bevor er festgenommen werden konnte.

Boot-Dilemma vor Utöya
Laut dem Bericht vergingen 35 Minuten zwischen dem Eintreffen der ersten Polizisten aus einem örtlichen Kommissariat am Festlandufer gegenüber von Utöya und der Ankunft von Spezialeinheiten auf der Insel. Während die ersten beiden Polizisten laut Regelwerk alles hätten unternehmen müssen, um auf die Insel zu gelangen, blieben sie auf dem Festland - sie gaben an, kein Boot gefunden zu haben. Als Angehörige der Polizei-Sondereinheit Delta aus dem 40 Kilometer entfernten Oslo schließlich versuchten, auf die Insel zu gelangen, fiel ihr überladenes Schlauchboot aus. Die Polizisten mussten daraufhin auf zwei Privatboote umsteigen.

Freier Weg für Breivik
In dem an Regierungschef Jens Stoltenberg übergebenen fast 500 Seiten langen Bericht schreibt die Kommission zudem, dass bereits seit 2004 geplant gewesen sei, die Straße entlang des Regierungssitzes in Oslo für den Verkehr zu schließen. Dies sei aber wegen bürokratischer Hemmnisse nicht geschehen. Breivik konnte so einen Lieferwagen mit einer 950 Kilogramm schweren Bombe direkt vor dem 17 Stockwerke hohen Regierunggebäude parken. Stoltenberg befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in dem Gebäude.

Der Rechtsextremist Breivik hatte am 22. Juli 2011 im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen. Das Urteil im Prozess soll am 24. August fallen. Breivik plädierte auf nicht schuldig , obwohl er die Anschläge gestand. Er gab an, die 77 Menschen aus "Notwehr" getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Liebes norwegische Volk... ich dachte immer nur die Östereicher sind ein Idiotenvolk, wenn ich mir da so anschau was in unserer Politik so abgeht ... :-) ...Aber nein, auch wenn der Pisa-Test ja bei euch ganz ok aussieht, so seid ihr scheinbar noch dümmer als die Polizei erlaubt *grins... Nehmt euch zumindest mal ein Beispiel am österr. Briefbomber Franz Fuchst...den angebl. Selbstmord bringt euer Breivik nie zsamm, obwohl der ja noch beide Hande dran hat, um sich die Schnürsenkel selber zuzuknüpfen und mal den Kopf in die Schlinge zu stecken :-) ...Jetzt tut ihr da mit dem Typ schon 1 Jahr rum...da lag der Fuchs Franz schon längst in der Holzkiste!!

melden

Klar doch! Wieso nicht von Anfang an: Die Polizei ist schuld!

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

@zombie69 ...was schreiben wohl die Medien wenn ihm die Flucht aus dem Gefängnis gelingt und er nochmal 50 umbringt?? *grins... gibt es mehr als 5 Augenzeugen für seine Tat...war er geständig und noch stolz darauf getötet zu haben??? Falls ja, warum lebt der Typ dann überhaupt noch...oder halten sie den irgendwie am Leben und füttern dieses Schwein noch durch für die Organspende in den nächsten Tagen?? ...also ich bin normal nicht für den Elektrischen...aber der Typ würd da schon am heißen Stuhl schwitzen...

Seite 1 von 1