Anders Behring Breivik von

Attentäter agiert genervt

Norwegischer Massenmörder wirkt erschöpft und will Fragen nicht beantworten

Anders Behring Breivik - Attentäter agiert genervt

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat sich vor dem Gericht in Oslo allen Fragen zu Hintermännern oder Helfern seiner Bluttat verweigert. Die Staatsanwaltschaft versuchte am dritten Prozesstag, Näheres über seine Kontakte zu anderen Rechtsextremisten und das angebliche Netzwerk der "Tempelritter" zu erfahren. Der 33-Jährige reagierte unsicher, ausweichend und genervt. "Ich möchte keine Informationen geben, die zu weiteren Festnahmen führen könnten", sagte er. Im Gerichtssaal zeigte er erneut seinen Gruß mit ausgestrecktem rechtem Arm und geballter Faust, nachdem ihm die Handschellen abgenommen worden waren.

Breivik wirkte am dritten Prozesstag jedoch erschöpft und etwas resigniert. Immer wieder wurde deutlich, wie groß offenbar seine Sorge ist, dass seine Überzeugungen als Hirngespinste abgetan - und seine Taten damit als Verbrechen eines Geisteskranken eingestuft werden. "Ich hoffe, Sie legen weniger Gewicht darauf, mich lächerlich zu machen, und mehr auf die Sache", sagte er an die Adresse der Staatsanwaltschaft. Anschließend wurde Breivik hingewiesen, dass die Verweigerung seiner Aussagen gegen ihn verwendet werden könnten.

Wichtige Indizien zur Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit
Breiviks Aussagen gelten als wichtige Indizien zur Beurteilung seiner Zurechnungsfähigkeit. Der 33-Jährige muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Er ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Er bekannte sich bereits zu den Anschlägen, will aber aus "Notwehr" gehandelt haben. Dementsprechend hat sich Breivik für nicht schuldig erklärt . Für seine Anhörung sind insgesamt fünfeinhalb Tage angesetzt. Für seine Taten könnte er 21 Jahre ins Gefängnis kommen. Falls ihn das Gericht für geisteskrank erklärt, würde er in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Kontakt zu Gleichgesinnten im Ausland gesucht
Am dritten Prozesstag konzentrierten sich die Staatsanwälte auf die Zeit von 2001 bis 2006, in der Breivik seinen Hass auf alles Multikulturelle und seine Ideologie entwickelte. Er habe vor allem über das Internet Kontakt zu Gleichgesinnten im Ausland gesucht, um nicht von der Polizei entdeckt zu werden, erklärte der Angeklagte, der aber keine Details nennen wollte. Er soll einen gesuchten serbischen Nationalisten in Liberia getroffen haben. "Mein Eindruck war, dass die meisten militanten Nationalisten in Norwegen unter Beobachtung standen." Das sei für ihn ein großes Problem gewesen. Fragen nach etwaigen Kontakten oder Treffen vor den Anschlägen am 22. Juli 2011 wies er zurück.

Streitgespräch mit Staatsanwältin
Staatsanwältin Inga Bejer Engh machte deutlich, dass sie nicht an die Existenz der "Tempelritter" glaubt. Auf alle Nachfragen etwa nach einer Gründungsveranstaltung wich Breivik aus. "Das möchte ich nicht kommentieren." Er sei Komandant einer Tempelritter-Zelle gewesen. "Das bedeutet, dass ich ein Fußsoldat war, der mit anderen verbunden war. Aber mehr will ich darüber nicht sagen", betonte der 33-Jährige.

"Sie versuchen zu zeigen, dass ich lüge und mir Dinge ausgedacht habe. Wir können genauso gut gleich zum Schluss kommen, dann brauchen Sie mich nicht lächerlich zu machen", warf er der Staatsanwaltschaft vor. Sein 1.500 Seiten starkes Manifest betrachtet der Massenmörder als "Terrorschule". Man müsse nicht sonderlich begabt sein, um Anschläge wie im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utöya zu begehen.

Zu Beginn der Befragung am zweiten Prozesstag hatte sich Breivik mit der "spektakulärsten Operation eines militanten Nationalisten in Europa in diesem Jahrhundert" gebrüstet und mit seinen Attentaten geprahlt. "Ich würde es wieder tun", sagte Breivik mit Blick auf die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utöya.

Unterstützung aus dem Internet
Im Internet findet seine Botschaft offenbar Unterstützer. Nach seiner menschenverachtenden Aussage vom Dienstag sei die Debatte auf der Facebook-Seite "Stoppt die Islamisierung Norwegens" hochgekocht, berichtete der Fernsehsender TV2. Viele hätten offen geschrieben, dass sie Breiviks Gedanken unterstützten, die Terrorakte vom 22. Juli 2011 aber nicht befürworteten. Die Seite "Stoppt die Islamisierung Norwegens" hat auf Facebook bereits rund 10.000 Anhänger.

Zu finden waren am Mittwochmorgen aber auch die Seite "I HATE Anders B Breivik" mit "2.067 Gefällt mir"-Einträgen von Nutzern oder die Seite "Fuck You Anders Behring Breivik" mit 3.275 "Gefällt mir"-Einträgen. Ebenso existiert aber seit neuestem auch die Seite "Free Breivik" mit "406 Gefällt mir"-Einträgen. Auf letztgenannter Seite ist Breivik in eindeutiger Position mit rechtem gestrecktem Arm und zur Faust geballter Hand abgebildet. Weiters zeigen Fotocollagen ihn als Superhelden oder mit Heiligenschein. Die Gestalter der Seite, die wie zu lesen ist, am Dienstag eingerichtet wurde, bezeichnen sie als Diskussionsplattform, die Breiviks Tat nicht unterstütze, jedoch seine Botschaft.

Kommentare

Wow! es ist erstaunlich wie viele tolle kriminalpsychologen sich in der kommentarabteilung von news.at tummeln. das ist an der ganzen sache wohl das interessanteste...

Diese... Aussagen Breiviks sind nur das letzte Aufbäumen vor dem psychischen Kollaps. Der typische Ablauf bei überführten Straftätern, die immer weiter in die Enge getrieben werden. Da werden auch Gerichte belogen, um noch den Anschein von Macht zu demonstrieren. Funktioniert lediglich kurzfristig. Langfristig bricht das Lügengebilde in sich zusammen.

Ivoir

\"Ich würde es wieder tun\" Durch den ganzen Medienrummel wird diesem Massenmörder eine "Ehre" zu Teil, die er nicht verdient hat und auch meiner Meinung nicht Rechtens ist.
Sein Tun und seine verwirrten Ideologien bleiben in den Köpfen, der Leser und Hörer hängen, wenn auch nur Bruchstückhaft, aber doch; Genau diese Brüchstücke sind die Nahrung seiner "Fans" und die Medien machen sie diesen Fans auch noch schmackhaft. Wem interessiert es ob er 10 oder 1000 Jahre Gefängnis erhält. Ich bin sicher es wäre die größte Strafe, wenn jeder Journalist sich umdrehen würde und diesem Mann sagen: Nein, über Dein Leben und Deine Taten wollen wir den Menschen nichts verkünden!
Du sollst hier verfaulen, ungehört sollen deine Worte auf Ewigkeit hinter diesen Mauern bleiben.

Bühne Warum steht der Verbrecher mit Anzug und Kravatte vor Gericht?Anstaltskleidung(gestreift)Hände auf den Rücken mit Handschellen dann kann er keine Faust mehr zeigen!Oder kriechen die dort auch so wie bei uns vor Verbrechernin die Knie?

Wieso... gibt man dem überhaupt eine Bühne? Man kann auch ohne ihn verhandeln. Geständnis ist ja vorhanden. Der Massenmörder sollte seine Strafe in einem türkischen oder thailändischen Gefängnis absitzen. In den liberalen norwegischen Gefängnissen ist das nicht wirklich eine Strafe.

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Massenmörder Breivik Der norwegische Rechtsstaat hat einen sehr schweren Fehler begangen, als er dem nachweislichen Mörder eine solche mediale Plattform auf Gerichtsebene hat zukommen lassen. Derartig gestörte Typen wollen doch nicht anderes als die öffentliche Zurschaustellung ihrer Ideologien und gehen dabei über Leichen. Es ist zu befürchten dass damit noch mehr potenzielle Nachahmungstäter bestärkt wurden.

Maika melden

Re: Massenmörder Breivik Bin auch der Meinung wie "brabus"
Dieser Mörder bekennt sich für nicht schuldig, gleichzeitig sagt er, er würde es wieder tun.
76 Menschen- Erwachsene, Kinder und Jugendliche mußten sterben, weil dieser Typ durchgeknallt ist. Dann darf er sich noch tagelang vor Gericht zur Schau stellen. Ab in die
geschlossene Anstalt mit ihm, weg von der Gesellschaft, bevor er noch mehr Schaden anrichtet!
Ich bin Laie, aber soviel kapier ich, daß der Mann nicht normal ist.

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