Filmstarts der Woche von

Anzug, Schnauzer, Föhnfrisur: Ron Burgundy ist zurück

Will Ferrell wieder als "Anchorman" im Einsatz. Plus: "Le passé" von Farhadi

Anchorman - die Legende kehrt zurück © Bild: MMXIII Paramount Pictures Corporation.

Der letztjährige Viennale-Stargast Will Ferrell schlüpft wieder in seinen roten Anzug und kehrt als "Anchorman" zurück auf die Leinwand, während Oscarpreisträger Asghar Farhadi mit "Le Passe" wieder auf Trennungen blickt. Derweil feiert Keanu Reeves mit "47 Ronin" ein Comeback und "Der lange Weg zur Freiheit" setzt Nelson Mandela (in Gestalt von Idris Elba) ein Denkmal. Diese Filme starten jetzt im Kino.

Le passé

Ahmad und Marie sind seit einigen Jahren getrennt. Zur Scheidung fliegt er nach Paris, wo seine Noch-Frau mit ihren zwei Kindern aus einer früheren Beziehung inzwischen mit Samir zusammenlebt. Dieser ist Vater eines fünfjährigen Sohnes, dessen Mutter nach einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Der Iraner Asghar Farhadi erzählt in "Das Vergangene" die Geschichte einer kompliziert gestrickten Patchworkfamilie. Das Drama handelt, so wie Farhadis Erfolgsfilm "Nader und Simin - Eine Trennung", von schwer durchschaubaren Beziehungsgefügen und dem Gewicht der Vergangenheit.

Anchorman - die Legende kehrt zurück

Der rote Anzug ist Programm, ebenso wie der Schnauzer und die Föhnfrisur: Ron Burgundy, einst legendärer Nachrichtensprecher, will an seinen alten Ruhm anknüpfen. Dazu holt er seine alte Erfolgstruppe zusammen. Den schrägen Wetteransager Brick, den Frauenhelden Brian und den derben Champ. Gemeinsam wollen sie in New York die Stars eines neuen Fernsehsenders werden. Doch der Aufstieg ist schwieriger als gedacht, nicht zuletzt, weil Burgundy sich mit seinem riesengroßen Ego immer wieder selbst im Weg steht. Neben Will Ferrell als Ron Burgundy und Darstellern wie Steve Carell oder Christina Applegate sind auch Hollywoodstars wie Jim Carrey, Will Smith, Sacha Baron Cohen oder Kirsten Dunst dabei - zumindest kurz.

Mandela - Der lange Weg zur Freiheit

Ein Leben für die Freiheit: Der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela musste jahrelang Härte und Ungerechtigkeit erleiden, bis sein Traum von der Versöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Land anfing, wahr zu werden. Der Film greift die Geschichte des Friedensnobelpreisträgers mit einem packenden Hauptdarsteller Idris Elba auf. Der britische Regisseur Justin Chadwick zeigt zwei Mandelas: einen privat oft einsamen Mann und einen Revolutionär, der die Massen begeistern konnte. Mandela ist im Dezember nach langer Krankheit in Johannesburg an den Folgen einer Lungenerkrankung mit 95 Jahren gestorben.

47 Ronin

"Speed" und die "Matrix"-Filme machten ihn zum Hollywoodsuperstar, in den vergangenen Jahren aber war es eher ruhig um ihn geworden. Jetzt spielt Keanu Reeves (49) wieder die Hauptrolle in einem Action-Werk: in dem Samurai-Film "47 Ronin". Das Fantasyspektakel, das auf einer japanischen Legende beruht, erzählt die Geschichte der 47 Ronin, einer Samurai-Gruppe, die sich einem gemeinsamen Ziel verschworen hat: Rache für den Tod ihres Herren und Befreiung der schönen Prinzessin Kira. Reeves spielt darin den Außenseiter Kai, der unsterblich in die Prinzessin verliebt ist. Ein Film über Intrigen, Rache, Hexen, Zauberer und die große Liebe, der an den US-amerikanischen Kinokassen allerdings floppte.

Le Weekend

Ein älteres Paar, die Kinder aus dem Haus, das berufliche Karriereende naht: Nick (Jim Broadbent) und Meg (Lindsay Duncan) kennen und lieben sich. Letzteres allerdings bringen sie sehr unterschiedlich zum Ausdruck. Nick vergöttert seine Meg, sie mäkelt unermüdlich an ihm herum. "Notting Hill"-Regisseur Roger Michell schickt dieses Paar nach einem Drehbuch von Hanif Kureishi zu seinem 30. Hochzeitstag an den Ort seiner Flitterwochen, nach Paris. Dort erleben die beiden größtes Glück und größte Verletzungen. Mit einer gewissen Lockerheit und britischen Humor erzählt er in der melancholischen Liebeskomödie "Le Weekend" von der Unvollkommenheit des Lebens und der Liebe.

Blick in den Abgrund

Manche ertragen den Horrorjob nicht über Jahre. In dem österreichischen Dokumentarfilm berichten sechs Profiler aus vier Ländern, wie sie Mördern auf die Spur kommen und mit Sadismus und zerstückelten Leichen umgehen müssen. Eine Psychologin aus Finnland sagt: "Manchmal fühlt man sich klein bei der Frage nach dem Warum." Noch in der Sauna denkt sie über Blutspuren nach. Ein deutscher Kommissar hingegen sitzt einem bulligen Kriminellen gegenüber, der sich nicht an Gesichter von Frauen erinnert, die er vergewaltigte. Das interessante Werk zeigt auch Details, die zum Teil schwer verdaulich sind.

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