Anaheim gewann '07 erstmals Stanley Cup:
"Enten" flogen auf NHL-Eishockey-Thron

BILDER: Klarer Sieg im fünften Spiel über Senators Kaliforniern gelang optimaler Start ins Match - 6:2

Anaheim gewann '07 erstmals Stanley Cup:
"Enten" flogen auf NHL-Eishockey-Thron

Die Anaheim Ducks haben erstmals seit 1925 den Stanley Cup an die nordamerikanische Westküste und erstmals in den Sonnenstaat Kalifornien geholt. Mit einem 6:2-Heimerfolg gegen die Ottawa Senators entschieden die Ducks die "best of seven"-Finalserie der National Hockey League (NHL) mit 4:1 für sich. Die "kalifornischen Enten" flogen erstmals in ihrer 14-jährigen Klub-Geschichte auf den Eishockey-Thron, Kanada muss weiter auf den ersten NHL-Titel seit den Montreal Canadiens 1993 warten.

"Auf diesen Moment habe ich so lange gewartet, das ist ein unglaubliches Gefühl", jubelte Anaheims finnischer Stürmerstar Teemu Selänne, der in seiner 14. NHL-Saison und knapp einen Monat vor seinem 37. Geburtstag endlich den Stanley Cup gewann. Sein Mitspieler Scott Niedermayer, der als "wertvollster Spieler der Finalserie" (MVP) ausgezeichnet wurde, stemmte die älteste Mannschafts-Trophäe der Welt bereits zum vierten Mal in die Höhe.

"Ein besonderer Erfolg"
"Diesmal ist es ein ganz besonderer Erfolg", freute sich der Kapitän. Denn mit Rob Niedermayer stand sein ein Jahr jüngerer Bruder im Team. Und der war der erste, der den Cup bei der Siegehrung von Scott Niedermayer überreicht bekam. Mit den beiden hat erstmals seit 1983, als Brent und Duane Sutter mit den New York Islanders gewannen, wieder ein Brüderpaar triumphiert.

2003 waren beide im Finale noch Kontrahenten. Scott siegte damals mit den New Jersey Devils gegen die Anaheim Mighty Ducks, für die Rob spielte. Zwei Jahre später wechselte Scott sehr zur Freude der Mutter nach Kalifornien, um mit seinem Bruder den Stanley Cup zu holen. Im selben Jahr hatten Milliardär Henry Samueli und seine Frau Susan den Klub vom Walt Disney-Konzern gekauft und aus den Mighty Ducks die Ducks gemacht, die heuer erstmals so richtig mächtig waren.

Nur vier schafften schneller den Aufstieg
Die Ducks, die 1993 in die NHL eingestiegen sind, haben in ihrer 14. Saison triumphiert. Seit dem Beginn der Erweiterungs-Phase 1968 schafften nur vier Expansions-Teams schneller den Aufstieg, am schnellsten die Edmonton Oilers in ihrer fünften Saison. Seitdem ausschließlich NHL-Teams um den Stanley Cup spielen, setzte sich erstmals auch ein Team der Westküste durch, die Victoria Cougars von der Western Canada Hockey League hatten 1925 als bisher letztes Team von der Pazifik-Küste triumphiert.

Der Spielverlauf
Andy McDonald (4./PP) und Rob Niedermayer (18.) hatten Anaheim im ersten Spielabschnitt mit 2:0 in Führung gebracht. Kapitän Daniel Alfredsson verkürzte in der 32. Minute für Ottawa auf 1:2, doch ein Eigentor von Verteidiger Chris Phillips und seinem Torwart Ray Emery brachte Anaheim wieder 3:1 in Führung. Travis Moen, der am nähesten beim Tor stand, wurde das Tor gutgeschrieben (36.).

Alfredsson gelang in Unterzahl mit seinem 14. Playoff-Tor der Saison erneut der Anschluss (38.). Doch Anaheim antwortete abermals eiskalt, Francios Beauchemin traf zum 4:2 (39./PP). Im Schlussdrittel machten Moen (45.) und Corey Perry (58.) vor 17.372 Zuschauer im Honda Center den Triumph perfekt.

Reaktion des Verlierers
"Sie haben auf einigen Positionen besser gespielt als wir. Bei uns haben einige Akteure leider in der wichtigsten Phase der Saison nicht das gebracht, was sie können. Das ist enttäuschend, aber damit müssen wir jetzt den Sommer über leben", sagte Senators-Coach Bryan Murray, dessen Team im Conference-Finale die Buffalo Sabres mit dem Österreicher Thomas Vanek eliminiert hatte.

(apa/red)