An Sensation vorbei geschrammt: Knappe Niederlage gegen Russen macht Mut für WM

Boni hofft nun auf ähnliche Leistung gegen die USA Viel Selbstvertrauen getankt: ÖEHV-Team führte 3:2

Zwischen Freude über eine starke Leistungen gegen einen WM-Mitfavoriten und Enttäuschung, die Sensation doch verpasst zu haben, pendelte die Stimmung im Lager der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft. Nach der 3:4-Niederlage in Moskau gegen Russland ist die Zuversicht vor dem WM-Auftaktspiel am Freitag gegen die USA jedenfalls gestiegen.

"Wir haben jetzt gesehen, dass wir mitspielen können. Ich hoffe, das schaffen wir am Freitag wieder", meinte ÖEHV-Teamchef Jim Boni. Nachdem in den Testspielen gegen die Slowakei (1:3) und Lettland (0:4) nur ein Tor gelungen ist, ist Boni vor allem froh, "dass wir gegen Russland Tore gemacht haben". Oliver Setzinger (37./Penalty), Chris Harand (45.) und Martin Ulrich (50./PP) verwandelten einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung, doch Nikulin (55./PP) und Frolow 50 Sekunden vor Schluss verhinderten noch die Sensation.

Enttäuschung bei Spielern und Trainer
Robert Lukas war in der Kabine stinksauer, Mike Stewart forderte mehr Konsequenz, weil "das dürfen wir nicht mehr verlieren". Auch Boni wäre nur zu gerne mit dem zweiten Sieg der Länderspiel-Geschichte gegen eine russische oder sowjetische Auswahl nach Zell/See 1994 in seine erste A-WM gegangen. "Es passiert nicht oft, dass du in Moskau gegen Russland 3:2 führst. Beim Schlusspfiff waren wir enttäuscht. Aber ich bin mit der Spielweise zufrieden, wir haben klug gespielt", so der Teamchef.

Dass die Österreicher aber wohl nicht immer so nah an Sensationen sein werden, ist er sich bewusst. "Wir sind Österreich, nicht Kanada oder Russland. Wir haben aus der Liga schlechte Gewohnheiten, man braucht mehr Zeit, um sich anzupassen. Wir müssen einfach spielen, die Scheibe sofort aus unserem Drittel rausspielen", sagte Boni und fordert, Strafen noch mehr zu vermeiden. Denn zwei Tore im Powerplay ebneten den Russen den Weg zu Sieg. "Wir haben ein bisschen zu viele unnötige Strafen genommen", erklärte der Teamchef.

Boni muss nun noch Personalentscheidungen treffen. Zwei Spieler aus dem 25 Mann-Kader dürfen in der Vorrunde nicht eingesetzt werden. Am Donnerstag entscheidet er, ob Bernd Brückler oder Reinhard Divis zum Auftakt im Tor steht.

Russland - Österreich 4:3 (1:0,1:1,2:2)
Moskau, Chodinka-Halle. SR Poljakow.

Tore: Schastliwji (6./SH), Frolow (32./PP, 60.), Nikulin (55./PP) bzw. Setzinger (37./Penalty), Ch. Harand (45.), Ulrich (50./PP)

Strafminuten: 10 bzw. 18.

Österreich: Brückler (30. Reinhard Divis) - Rebek, R. Lukas; Ulrich, Unterluggauer; A. Lakos, Stewart; Ph.Lakos, Mattie - Setzinger, Koch, Welser; Trattnig, Ph. Lukas, Ch. Harand; Baumgartner, Raimund Divis, Schuller; P. Harand, Marco Pewal, Peintner

Russland: Barulin - Markow, Koltsow; Nikulin, Proschkin; Atjuschow, Grebeschkow; Jemelin, Kontratjew - Frolow, Kaigorodow, Owetschkin; Morosow, Zinowjew, Zaripow; Michnow, Schastliwji, Charitonow; Kulemin, Neprjajew, Mosjakin

(apa/red)