"An mir wird Rufmord begangen": General Roalnd Horngacher kündigt Anzeige an

Wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses

Der Wiener Polizeigeneral Roland Horngacher, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Verletzung des Amtsgeheimnisses Vorerhebungen führt, kündigte nun seinerseits an, wegen dieses Delikts Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. "Mein Anwalt wird die Anzeige am Montag einbringen", sagte Horngacher am Samstag der APA.

Am Freitag war bekannt geworden, dass am 30. Juni der Dienst-Laptop des Polizeigenerals beschlagnahmt worden war. Horngacher betonte allerdings, dass er den Laptop freiwillig für eine Untersuchung zur Verfügung gestellt hätte: "Ich habe nichts zu verbergen." Eine Hausdurchsuchung, von der gerüchteweise die Rede war, habe es nicht gegeben. Hintergrund ist die Anschuldigung, der General habe den Akt von Rainhard Fendrich - in Zusammenhang mit dessen Kokain-Affäre - der Illustrierten "News" zugespielt und den Termin einer Razzia im Rotlicht-Milieu Journalisten verraten. Horngacher hat dies stets bestritten.

"Ein Mitarbeiter von mir hat klipp und klar ausgesagt, dass ich nicht ein einziges Blatt des Fendrich-Aktes jemals in der Hand hatte", sagte Horngacher. "Und der Termin der Razzia ist offiziell bekannt gegeben worden." Was den Polizeigeneral nun empört: "Da wird mein Akt sowohl bei der BIA (Büro für Interne Angelegenheiten, zuständig für Ermittlungen gegen Polizeiangehörige) als auch bei der Staatsanwaltschaft unter Verschluss geführt. Ich selbst kenne ihn nicht - und dann sind plötzlich die Medien informiert. Das ist Rufmord, der an mir begangen wird, eine Ungeheuerlichkeit."

"Man versucht mutwillig, mir was anzuhängen. Offenbar will man mich aus dem Sessel heben, aber so einfach wird's nicht werden", erklärte der Polizeigeneral. Laut Informationen seines Anwalts seien die Anzeigen wegen des Fendrich-Aktes und der Razzia ohnehin bereits vom Tisch.
(apa)