AMS-Vorstand Herbert Buchinger: Bei uns gib es absolut keinen Mangel an Fachkräften

Nur ein Problem in einzelnen Regionen und Berufen Mobilitätsbereitschaft der Österreicher groß genug

AMS-Vorstand Herbert Buchinger: Bei uns gib es absolut keinen Mangel an Fachkräften

An die Sozialpartner und an die Regierungsparteien richtet Buchinger den "dringenden Appell", sich in dieser Frage zusammenzusetzen und zu einigen. Denn beide Seiten sind aus seiner Sicht "nicht weit auseinander", so der AMS-Chef im Gespräch mit der APA. Es sollte aus dieser Fragestellung kein Prinzipienstreit gemacht werden.

AMS hat Beobachtungssystem
Zu dem von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) vorgeschlagenen Frühwarnsystem meinte Buchinger, dass es im AMS schon heute ein Beobachtungssystem mit einer genauen Analyse der offenen Stellen gebe. Es würde die Sache erleichtern, wenn auch von Seiten der Wirtschaft und Industrie der Bedarf an Fachkräften früher gemeldet wird. Dafür sollte geworben werden. Von einem "administrativen System oder von Vorschriften" hält Buchinger jedoch nichts.

Die - ebenfalls vom Kanzler vorgeschlagene - "Mobilitätsprämie" müsste laut Buchinger aus der AMS-Förderung, die mit 845 Mio. Euro dotiert ist, finanziert werden. Was die Mobilitätsbereitschaft der Österreicher betrifft, sei diese besser als ihr Ruf. Laut Eurostat sind die Arbeitnehmer in Österreich mobiler als im europäischen Durchschnitt.

Output von Fachkräften soll gefördert werden
Der AMS-Chef ist überzeugt, dass die derzeitige Maßnahmenlandschaft bei den AMS-Förderungen umgebaut werden müsse. Künftig sollte verstärkt der Output von Fachkräften gefördert werden. Die Intensiv-Ausbildung eines Facharbeiters koste 8.000 bis 10.000 Euro und dauert zwölf bis 18 Monate. Allerdings sei nicht immer eine vollständige Facharbeiterausbildung notwendig. Oft genüge auch nur eine Anlernqualifikation, die etwa bei einem Schweißer in sechs bis acht Wochen erfolgen kann.
(APA/red)