"Amputechture": Kult-Band Mars Volta zwischen Kryptik und Konzeptlosigkeit!

Prog-Rock mit nur manchmal lichten Momenten

"Amputechture": Kult-Band Mars Volta zwischen Kryptik und Konzeptlosigkeit!

Mit ihrem ersten Album, "De-loused in the Comatorium", haben "The Mars Volta" progressive Rockmusik wieder zu einer Tugend erklärt. Prägnante Schlagwörter wie "Punk Floyd", begeisterte Fans und Kritiker waren die Folge. Doch als die Texaner beim zweiten Album statt Starproduzent Rick Rubin ihren Gitarristen Omar Alfredo Rodriguez-Lopez produzieren ließen, geriet das Resultat schon weniger überzeugend. Nun, beim dritten Longplayer "Amputechture" (Universal), haben sich Mars Volta ihrer Stärken endgültig beraubt - und sind zwischen Kryptik, Kakophonie und Konzeptlosigkeit am harten Boden der Prog-Rock-Problematik gelandet.

Die - zu einem nicht unerheblichen Bruchteil - aus ehemaligen "At the Drive-in"-Mitgliedern zusammengewürfelte Band hat im Gegensatz zu den Vorgängern auf ein inhaltliches und musikalisches Konzept verzichtet und auch die psychedelisch angehauchten Ambient-Passagen großteils über Bord geworfen. Wild zusammengewürfelte, aber nicht in sich verbundene "Songs im Song" (etwa bei "Tetragrammaton") sind zwar für sich genommen auf hohem Niveau, doch unmotiviert aneinander geklebt. "Amputechture" ist eine missglückte Symbiose aus den beiden ersten Alben, minus ein Gutteil desjenigen Led Zeppelin-Sounds, der auf den früheren Longplayern für Retro-Schwelgen gut war. Da macht auch die Mitwirkung von Red Hot Chili Peppers-Gitarrist John Frusciante nichts mehr wett: "The Mars Volta" haben ihrer Bandarchitektur auch ein paar tragende Mauern amputiert. (apa)