Amoklauf in US-Schule von

Familie äußert Bedauern

"Auch wir fragen uns warum", gibt sich der Vater des Massenmörders zutiefst bestürzt

  • Trauer nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in Newtown
    Bild 1 von 21 © Bild: APA/EPA/Andrew Gombert

    Trauer nach Amoklauf

    Nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in Newtown herrscht tiefe Trauer in der Bevölkerung.

  • Trauer nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in Newtown
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    Trauer nach Amoklauf

    26 Menschen, darunter 20 Kinder, hat der Amokschütze erschossen. Das Entsetzen und die Verzweiflung ist groß.

Der Vater des mutmaßlichen Amokläufers von Newtown im US-Bundesstaat Connecticut hat mit Bestürzung auf das Blutbad reagiert. In einer von dem lokalen Fernsehsender WFSB verbreiteten Erklärung, bekundet Peter Lanza Trauer und Erschütterung angesichts der Tat seines Sohnes Adam. "Unser Herzen sind bei den Familien und Freunden, die Angehörige verloren haben, und bei allen, die verletzt wurden. Unsere Familie trauert mit allen denjenigen, die von dieser gewaltigen Tragödie betroffen sind", schreibt Lanza. Es gebe "keine Worte", um den Schmerz zu fassen.

"Auch wir fragen uns warum", heißt es in der Erklärung weiter. "Wir arbeiten voll mit den Justizbehörden zusammen und werden es weiter tun." Peter Lanza ist der geschiedene Ehemann der ebenfalls getöteten Mutter des Amokschützen. Der 20-jährige Adam Lanza lebte bei seiner Mutter Nancy.

"Wir teilen die Trauer der Gemeinde und des Landes, während wir den unglaublichem Verlust zu verstehen versuchen", ließ der Onkel des Täters mitteilen. Seine Schwester, die Mutter des Täters, war am Freitag nach bisherigen Erkenntnissen das erste Opfer des Zwanzigjährigen, der später an einer Grundschule dann 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss, bevor er sich selbst tötete.

"Unsere Herzen und Gebete sind bei denen, die den Verlust teilen. Bei den Familien, Lehrern, Mitarbeitern der Schule und den Schülern von Sandy Hook, bei den Helfern und allen denen, die von dieser Tragödie berührt wurden." Im Namen seiner Mutter und seiner Geschwister ließ James Champion, der selbst Polizist ist, sein Bedauern ausdrücken "für den unersetzlichen und so großen Verlust".

Champion lebt in der Stadt Kingston in New Hampshire, wo auch seine Schwester mit ihren Söhnen lange gelebt hat. Der Scheriff des Städtchens sagte, dass er die Frau gut gekannt habe. Sie sei ein sehr freundlicher und fürsorglicher Mensch gewesen. "Sie war sehr engagiert hier und wurde von allen respektiert."

Obama nimmt an Mahnwache in Newtown teil

US-Präsident Barack Obama wird am Sonntagabend Newtown in Connecticut besuchen, wo der Amokläufer ein blutiges Massaker angerichtet hatte. Wie das Weiße Haus mitteilte, werde Obama um 19.00 Uhr (Ortszeit/Montag 01.00 MESZ) bei einer interkonfessionellen Mahnwache für die 20 getöteten Schulkinder und sechs Erwachsenen sprechen.

Er werde auch mit den Familien der Opfer und den von Schülern der Sandy-Hook-Grundschule zusammentreffen. Außerdem wolle er bei seinem Besuch den Helfern danken, hieß es.

Kinder von bis zu elf Kugeln getroffen

Unterdessen wurde bekannt, dass der Amokläufer gleich mehrere Male auf seine Opfer, darunter 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren, gefeuert hat. Sie wiesen "verheerende Verletzungen" auf, sagte der leitende Gerichtsmediziner des US-Bundesstaates, H. Wayne Carver, sichtlich erschüttert in Newtown. "Ich glaube, alle wurden mehr als einmal getroffen." Er habe die Leichen von sieben Schülern obduziert. Sie hätten jeweils zwischen drei und elf Schusswunden erlitten. Es sei das Schlimmste, was er bisher in den mehr als 30 Jahren seiner Tätigkeitgesehen habe, sagte Carver.

Die Staatspolizei von Connecticut veröffentlichte am Samstag die Namen der Opfer. Demnach sind darunter zwölf Mädchen und acht Jungen. Außerdem kamen sechs Frauen ums Leben, dazu zählen die Rektorin und eine Schulpsychologin. Der "New York Times" zufolge wurden sie erschossen, als sie versuchten, den Amokläufer zu stoppen. Er hatte sich nach dem Blutbad selbst getötet.

Mutter hatte keine Verbindung zur Schule

Auch die Mutter des Schützen war am Freitag erschossen aufgefunden worden. Paul Vance von der Staatspolizei stellte klar, dass sie keine Verbindung zur Schule gehabt habe. Bisher hatte es in Medienberichten geheißen, sie sei Lehrerin an der Schule gewesen. Vance wies auch Berichte zurück, nach denen der Schütze einen Tag vor dem Amoklauf eine Auseinandersetzung in der Schule gehabt habe. Darüber gebe es keine Informationen, sagte er.

Die Hintergründe der Bluttat blieben zunächst weiter im Dunkeln. Aufschluss erhoffte sich die Polizei von Unterlagen, die im Wohnhaus des Todesschützen sichergestellt wurden. Die Durchsuchung habe "gute Beweise" erbracht, sagte Vance.

Schütze verschafffte sich gewaltsam Zutritt zur Schule

Er teilte weiter mit, dass sich der Schütze gewaltsam Zutritt zur Schule verschafft habe. Erst vor kurzem sei dort ein neues Sicherheitssystem installiert worden. Medienberichten zufolge müssen Besucher klingeln und erscheinen dann auf einer Monitor. Erst wenn jemand innen auf den Türöffner drückt, kann man eintreten.

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