Amoklauf in Schule in Montreal: Todes- schütze wegen Depressionen behandelt!

Blutbad forderte zwei Menschenleben, 19 Verletzte

Der Todesschütze des Schulüberfalls von Montreal litt nach Medienberichten unter Depressionen. Wie der kanadische Fernsehsender CTV meldete, war der 25-Jährige nach Angaben seiner Mutter deswegen in Behandlung. Die Frau, die nicht vor der Kamera erscheinen wollte, sei erschüttert gewesen von der Tat ihres Sohnes. Obwohl er bei ihr im Hause lebte, habe sie keine Ahnung gehabt, dass er solche grausamen Pläne hegte.

Der 25-Jährige hatte in einem College der kanadischen Stadt eine junge Frau erschossen und 19 Studenten verletzt, einige von ihnen schwer. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötete er sich selbst. Das College sollte an diesem Montag wieder geöffnet werden.

Die Familien der Opfer forderten inzwischen strengere Gesetze zur Waffenkontrolle. Sie kritisierten vor allem die Pläne des kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper, der bereits im Frühjahr angekündigt hatte, die Registrierung "langer Waffen" aus Kostengründen abschaffen zu wollen. Gegen diesen Plan läuft die Provinzregierung von Quebec, der auch die Stadt Montreal unterstellt ist, nach dem Blutbad im Dawson College Sturm. Sie will die Familien der Opfer in die Hauptstadt Ottawa schicken, um gegen die geplante Streichung der Waffenregistrierung zu protestieren. Die Waffen des 25-jährigen Täters waren registriert gewesen.

Der Todesschütze lebte im Haus seiner Eltern in einem Vorort von Montreal. Er war fasziniert von Waffen und Gewalt. Als er in das College eindrang, hatte er ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei weitere schwere Waffen bei sich und schoss wild um sich. Sein 18- jähriges Opfer hatte der Täter in eine Ecke getrieben und dann mehrfach aus nächster Nähe Schüsse auf die junge Frau abgegeben. Zwei andere Studenten nahm er als Geiseln.

Die Webseite des Mannes zeigte über 50 Fotos, auf denen er mit verschiedenen Pistolen und Messern posiert. In einem Internet- Tagebuch schrieb er, dass die meisten Menschen "wertlos" seien. "Das Leben ist wie ein Videospiel, irgendwann muss man sterben", wurde er zitiert. Der junge Mann hatte selbst nie ein College besucht und die Schule vorzeitig abgebrochen. (apa/red)