Amoklauf in Afghanistan von

Taliban schwören Rache

US-Soldat tötete wahllos 16 Männer, Frauen und Kinder. Er war selbst Familienvater.

Amoklauf in Afghanistan - Taliban schwören Rache © Bild: Reuters

Jetzt schwören sie Rache. Nach dem Amoklauf eines US-Soldaten in Afghanistan haben die Taliban nämlich mit Vergeltung gedroht. Sie würden sich für "jeden einzelnen Märtyrer bei den Eindringlingen und grausamen Mördern rächen", drohten die radikalislamischen Aufständischen. Sonntag früh hatte ein US-Soldat in der südafghanischen Provinz und Taliban-Hochburg Kandahar ein Massaker unter Dorfbewohnern angerichtet.

Im Morgengrauen verließ er seinen Stützpunkt, brach in die Häuser der Menschen ein und tötete wahllos 16 Männer, Frauen und Kinder. Der Mann wurde festgenommen, nach US-Angaben hatte er psychische Probleme. US-Präsident Obama zeigte sich im Telefongespräch mit seinem afghanischen Kollegen Karzai zutiefst bestürzt und versprach eine rasche Untersuchung des Vorfalls. In ihrer Reaktion bezeichneten die Taliban die Angaben zum Zustand des US-Soldaten als Ausrede. Sollten sie aber stimmen, sei dies ein weiteres "Zeugnis für die moralische Verworfenheit des US-Militärs, da es in Afghanistan Verrückte bewaffnet, die dann ihre Waffen ohne zu zögern auf wehrlose Afghanen richten," erklärten sie auf ihrer Internetseite.

US-Soldat selbst verheiratet mit zwei Kindern
Mittlerweile wurden Details über den US-Soldat und zu der Bluttat bekannt. Die "New York Times" berichtete, der 38-jährige Feldwebel sei verheiratet und habe zwei Kinder. Der Unteroffizier einer Spezialeinheit sei von seiner Basis im Unruhedistrikt Pandshwai aus mehr als eine Meile (1,6 Kilometer) weit zum Tatort gelaufen. Der mutmaßliche Einzeltäter habe sich anschließend ergeben.

Der blutige Vorfall ist für die NATO-geführten internationalen Truppen in Afghanistan eine Katastrophe. Seit Monaten sind die Beziehungen zwischen Washington und Kabul gespannt. Nach der Verbrennung von Koran-Ausgaben durch US-Soldaten auf dem Militärstützpunkt Bagram nahe Kabul gab es Ende Februar im ganzen Land tagelange Proteste, bei denen 30 Menschen getötet und 200 weitere verletzt wurden. Im Zusammenhang mit der Koran-Verbrennung wurden bis 1. März sechs US-Soldaten von afghanischen Kollegen getötet. Nach dem Amoklauf vom Sonntag rechnet die ISAF nun mit weiteren Racheakten.

Nun könnte es nach Einschätzung der Regierung in Kabul negative Auswirkungen auf das geplante Abkommen über eine strategische Partnerschaft beider Ländern haben. Die Unterzeichnung des Abkommens könnte sich verzögern, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Über das Abkommen wird seit mehr als einem Jahr verhandelt. Es soll die Rahmenbedingungen für eine weitere Präsenz der USA in Afghanistan auch nach dem geplanten Abzug der Kampftruppen 2014 schaffen.

Kommentare

US Soldaten US Soldaten in Afghanistan. Wer hat darum gebeten dass sie dort sind ? Wer ist dafür verantwortlich, dass psychisch labile Menschen in den Kampfeinsatz in eine fremdes Land geschickt werden ? Wer rechtfertigt, dass Soldaten unbewaffnete Zivilisten töten dürfen ? Es gibt auf dieser Welt kaum eine Kriegshandlung die nicht in irgendeiner Form auf die USA zurückzuführen ist. Findet das keiner bedenklich ?

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Gegen... die Terroristen muss mit voller Härte vorgegangen werden. Die Terroristen müssen wissen, dass sie so nicht durchkommen. Ferner sind durch die USA massenweise Drohnen einzusetzen, um die Terroristen unter ständigem psychologischem Druck zu halten. Unter psychologischem Stress begehen sie irgendwann Fehler und können so mit Drohnen effizient bekämpft werden.

freud0815 melden

Re: Gegen... fragt sich hier wer die terroristen sind
was haben die noch immer in afghanistan zu suchen?
wie würden die leute reagieren wenn man bibeln zb auf dem stephansplatz verbennen würde und dann einen irren in einem bergdorf losschickt um ein wenig rumzuballern
ich glaube auch da würden rachewünsche ausgesprochen werden
dem soldaten droht nun evtl ein kleiner aufenthalt in einer psychoklinik und wenn überhaupt etwas nachkommt, eine unehrenhafte entlassung
sowas empfinde ich als verwerflich

wintersun melden

Re: Gegen... jaja richtig nur sah man bis jetzt keine einzige Drohne über das weiße Haus (Terroristen) fliegen...

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