Amokläufer feuerte mehr als 175 Schüsse
ab: Opfer wiesen meist mehrere Wunden auf

USA: Virginia Tech nahm den Lehrbetrieb wieder auf Waffenlobby: Stärkere Bewaffnung der Bevölkerung

Eine Woche nach dem Massaker von Blacksburg im US-Bundesstaat hat sich die Virginia Tech um die Rückkehr zum Alltag bemüht. Nun sollte der Lehrbetrieb nach einer Schweigeminute und nach Glockengeläut für die Opfer wieder aufgenommen werden, die Sportveranstaltungen hatten bereits zuvor begonnen. In Washington erinnerte ein Trauergottesdienst an die 32 Opfer der Bluttat. Die Waffenlobby forderte indes eine stärkere Bewaffnung der Bevölkerung.

Die zurückkehrenden Studenten waren noch sichtlich von den furchtbaren Ereignissen an ihrer Universität gezeichnet. Sie begrüßten sich mit Umarmungen, einige weinten. Manche Studenten wurden von ihren Eltern zurück an den Ort des schrecklichen Geschehens gebracht.

Der Campus hatte eine Woche lang wie ausgestorben dagelegen, seit der Amokschütze Cho Seung-Hui 32 Menschen und sich selbst erschossen hatte. Die Universität hatte daraufhin die Lehrveranstaltungen ausgesetzt.

Zum Auftakt der neuen Woche wurde an der Virginia Tech zunächst eine Schweigeminute eingelegt. Für jedes der 32 Opfer sollte eine Glocke läuten. 32 weiße Luftballons stiegen in den Himmel auf, gefolgt von tausend Ballons in den Universitätsfarben Orange und Braun. Mittlerweile erinnern auf dem Universitätsgelände Steine für jedes der Opfer und ein 33. Stein für den Amokschützen an das Massaker. Nach dem extremen Medienandrang sollten Reporter und Kameraleute aus den Unterrichtsräumen fern gehalten werden.

Mehr als 175 Schüsse abgegeben
Laut einem Bericht der britischen Zeitung "Sun" vom Montag hatte der aus Südkorea stammende Englischstudent Cho bei seiner Bluttat innerhalb einer Viertelstunde mehr als 175 Schüsse auf Kommilitonen und Lehrkräfte abgegeben. Bei dem Massaker handelte es sich um den schlimmsten Amoklauf in der Geschichte der USA. Die Tat hatte Rufe nach strengeren Waffengesetzen lauter werden lassen.

Die US-Waffenlobby sieht sich eigenen Angaben zufolge jedoch durch das Massaker von Blacksburg gestärkt. Philip Van Cleave, Vorsitzender des Bündnisses für Bürgerverteidigung von Virginia, führte das Waffenverbot auf dem Campus als Grund für die vielen Todesopfer an. "Niemand konnte sich selbst verteidigen", sagte er. Universitätsangehörige dagegen kritisieren, dass der als psychisch krank bekannte Cho problemlos die beiden Handfeuerwaffen kaufen konnte, mit denen er das Blutbad anrichtete.

(apa/red)