AMD kauft ATI für 5,4 Milliarden Dollar:
Mikrochip-Hersteller stärkt Grafik-Geschäft

Zweitgrößter Chipanbieter mit "freundlicher Offerte" ATI gemeinsam mit Nvidia führend bei Grafikchips

Der weltweit zweitgrößte Mikroprozessoren-Hersteller AMD kauft den kanadischen Grafikchip-Spezialisten ATI Technologies. Die Transaktion habe einen Wert von 5,4 Milliarden US-Dollar (4,26 Mrd. Euro), wie Advanced Micro Devices (AMD) am Montag in New York mitteilte. Damit verstärkt der schärfste Konkurrent von Marktführer Intel sein Geschäft in den Märkten Grafik, Chipsets und Verbraucherelektronik.

AMD werde alle ATI-Anteile für 4,2 Milliarden Dollar in bar und in Aktien übernehmen, teilte AMD mit. Dafür sollen 57 Millionen AMD-Aktien den Besitzer wechseln. Der Baranteil werde durch eigene Mittel und Kredite finanziert.

Kurshoch für ATI
Die ATI-Aktien waren am Freitag wegen der Übernahmespekulationen an der NASDAQ-Börse im regulären Handel um 5,28 Prozent gestiegen. Sie hatten nachbörslich nochmals massiv um 9,12 Prozent auf 18,07 Dollar zugelegt. Die AMD-Aktien waren am Freitag an der New Yorker Börse wegen enttäuschender Quartalsergebnisse um 15,66 Prozent auf 18,26 Dollar eingebrochen und nachbörslich weiter um 1,92 Prozent auf 17,91 Dollar gefallen.

Kampf um integrierte Chip-Sets
Integrierte Chip-Sets, die gemeinsam mit den Mikroprozessoren Computerfunktionen übernehmen, machen nach Angaben von "Globe and Mail" inzwischen 25 Prozent des ATI-Umsatzes aus gegenüber nur zehn Prozent vor einem Jahr. Intel habe ATI einen großen Teil des Chipset-Geschäfts mit niedrigen Margen wegen Kapazitätsbegrenzungen überlassen. Intel würde dieses Geschäft wahrscheinlich repatriieren, falls ATI von AMD übernommen werden sollte.

ATI und der Erzrivale Nvidia dominieren den Markt für Chips, die Computerspiele ermöglichen. AMD, der zweitgrößte Computerchip- Anbieter der Welt, und der globale Branchenführer Intel kaufen beide ATI-Produkte. (apa/red)