Ambros vs. Fendrich von

Fendrich zur "Ambros-Causa"

NEWS gewährte der auf Mallorca weilende Sänger das einzige Interview

Ambros vs. Fendrich - Fendrich zur "Ambros-Causa"

"Zwickts mi, i man i dram" - ein Liedtitel von Austropop-Raubein Wolfgang Ambros, 59, der für seinen (Ex-)Freund und A3-Mitstreiter Rainhard Fendrich, 56, nun Programm wurde: Zwickts mi, muss sich dieser wohl gedacht haben, als er mit jenen knallharten Sagern konfrontiert wurde, die der "Wolferl",dem sich Fendrich seit 30 Jahren in Freundschaft verbunden fühlte, am vergangenen Sonntag in Claudia Stöckls Ö3-Promi-"Frühstücks"-Talk ins Mikro brummte. NEWS erreichte einen - trotz der herben Angriffe entspannten - Rainhard Fendrich auf Mallorca. Dort genießt er mit Ehefrau Ina Nadine und dem gemeinsamen sechs Monate alten Sohn Julius die milde Herbstsonne. Und er gewährte NEWS das einzige Interview zur "Ambros-Causa". Fendrich: "Nach reiflicher Überlegung werde ich kein weiteres Wort dazu sagen!"

NEWS: Im Interview mit Claudia Stöckl hat Sie Wolfgang Ambros heftig angepatzt. Hat er eine alte Rechnung mit Ihnen offen?
Rainhard Fendrich: Ich bin auf Mallorca, komme gerade vom Segeln und nehme das alles mit einer gewissen mediterranen Gelassenheit. Aber ein bissl verblüfft mich schon, warum er das tut. Ich habe dem Wolfgang nie etwas getan, ich habe ihn immer wie einen Freund behandelt. Wir waren ja seit 30 Jahren Haberer. Nun ist es für mich erschütternd, zu erkennen, dass ich mich geirrt habe, dass er nie mein Freund war. Der Wolfgang war immer ruppig, er war immer einer, der gesagt hat: "Ich sage das, was ich mir denke." Aber muss man immer sagen, was man denkt, wenn man andere damit verletzt? Jemanden in einer solchen Art und Weise vorzuführen ist extrem irrtierend. – Und wenn mein Freund ein Bankräuber auf der Flucht wäre, würde ich niemandem seinen Aufenthaltsort verraten.

NEWS: Aber da muss doch ein Konflikt geschwelt haben, wenn Wolfgang Ambros plötzlich solche Statements loslässt.
Fendrich: Der Wolfgang hat es immer ganz gut verstanden, Wasserträger um sich zu versammeln. Er hat immer gerne geherrscht. Wenn man etwa auf einer Grillparty bei ihm das Feuer nur angerührt hat, hat man schon einen Anschiss gekriegt. Aber ich hab ihn immer so genommen, wie er ist, wie man Freunden halt weniger schöne Eigenschaften nachsieht. Das gehört für mich zu einer Freundschaft dazu. Aber vielleicht war ich ihm als junges, kreatives Talent ein Dorn im Auge … es war halt immer ein bissl ein Konkurrenzkampf.

NEWS: Wolfgang Ambros sagt, Sie seien bei den A3-Konzerten quasi dauerhigh gewesen.
Fendrich: Es stimmt, ich stand auf der Bühne oft unter Drogen – so wie viele andere Musiker auch. Aber wenn wir gespielt haben, war ich immer voll da! Ich habe nie in meinem Leben ein Konzert geschmissen! Mein Gott … es gibt ja so viele Bild- und Tondokumente, die zeigen, dass ich bei den Konzerten meinen Mann gestanden habe.

NEWS: Wie geht's Ihnen, wenn Sie an Ihre Drogenzeit zurückdenken?
Fendrich: Diese Zeit hat es gegeben, dazu steh ich. Aber ich habe dafür bezahlt, ich wurde dafür bestraft. Das ist fünf Jahre her. Jetzt bin ich clean, und ich habe ein neues Leben. Mittlerweile spiele ich zu zweit mit einem Keyboarder fehlerfrei dreistündige Konzerte in der ausverkauften Münchener Philharmonie.

NEWS: Ambros sagt, die Arbeit bei A3 hätten er und Georg Danzer gemacht - und Danzer habe Sie auch heftig kritisiert.
Fendrich: Das stimmt ja so nicht. Der Georg hat sich immer Sorgen um mich gemacht. Und er hat oft gesagt: "Was i net aushalt, is, wenn der Wolferl wieder einmal eine seiner Eskapaden loslässt – und alle sagen: "Der Wolferl is halt so ...'" Mich kann er nicht mehr treffen. Ich schätze ihn als Künstler, denn er hat mich musikalisch geprägt, ebenso, wie Georg Danzer das getan hat. Ohne die beiden gäbe es Rainhard Fendrich nicht. André Heller hat von Ambros einmal als "die Rockfaust im Nacken Österreichs" gesprochen. Das unterschreibe ich. Ich bewundere Ambros und knie vor ihm als Künstler. Aber als Mensch habe ich vor ihm jeden Respekt verloren.

NEWS: Hat es während der A3-Zeit Konflikte gegeben?
Fendrich: Nie. Es war eine wunderbare Zeit. Und ich versteh überhaupt nicht, warum er das jetzt kaputtmacht.

NEWS: Er sagt, Ihre Drogensucht sei verantwortlich für das Ende von A3.
Fendrich: Es ist völlig absurd, jetzt mir die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wir haben das gemeinsam beschlossen, wir haben gesagt: Nach zehn Jahren ist die Luft draußen. Wir hören auf. Das hat er ja sogar selbst einmal in einem Radiointerview gesagt. Außerdem ging es dem Georg Danzer (verstarb 2007, Anm.) damals gesundheitlich schon nicht mehr gut. A3 war ja meine Idee, und der Wolfgang hat mit dieser Idee, wie wir alle, auch sehr, sehr viel Geld verdient. Das scheint er jetzt vergessen zu haben. Und es ist schade, dass er diese wunderschöne Zeit, die wir mit A3 hatten, jetzt durch ein schnoddriges Interview, mit dem er sein Buch promoten will, kaputtmacht.

NEWS: Ambros wirft Ihnen auch Falschheit vor, wenn er sagt, dass Sie auf der Bühne Kollegen umarmt haben, die Sie davor bereits in der Koksaffäre verpfiffen hatten.
Fendrich: Ich habe nie Freunde verraten. Wenn ich das getan hätte, hätte die Liste im Landesgericht anders ausgeschaut!

NEWS: Auch Wolfgang Ambros’ Exfrau Margit kommt in dem Interview nicht gut weg ...
Fendrich: Ich kenne die Margit, die übrigens eine sehr attraktive Frau ist, als wunderbare Gastgeberin, hervorragende Köchin und zauberhafte Mutter. Jetzt mal sie - undich kann bei ihren Bildern nur "Wow!" sagen. Und dass ganz Perchtoldsdorf über sie lacht, stimmt überhaupt nicht. Man spricht dort in den höchsten Tönen von ihr.

NEWS: Sie wären im Februar bei der Lungenhochdruck-Charity mit Wolfgang Ambros und einem dritten Musiker als A3 auf der Bühne gestanden ...
Fendrich: Wir wären unter dem Namen "Extra3" aufgetreten - der dritte Mann wäre Klaus Eberhartinger gewesen. Ich kenne und schätze ihn seit vielen Jahren, wir sind befreundet - hoffentlich befreundet (lacht) . Klaus und ich hatten uns schon mit Gerry Fischer von der Initiative Lungenhochdruck zusammengesetzt, weil wir uns um die Stabilität von Wolfgang (Ambros, Anm.) Sorgen gemacht haben. Aber "Extra3" ist jetzt natürlich Geschichte, das geht nicht mehr wegen seiner aktuellen Aussagen. Aber ich werde auf jeden Fall bei dieser Charity auftreten - aber auf keinen Fall mit Ambros.

NEWS: Keine Chance auf Versöhnung?
Fendrich : In diesem Leben nicht mehr. Ich bin ihm auch nicht bös, aber ich bin zu alt für solche Spielchen. Wenn ich draufkomme, dass einer nie mein Freund war, obwohl ich ihn dafür gehalten hab, dann ist es aus. - Leider hat er ja in erster Linie immer gnadenlos seine eigenen Interessen durchgesetzt. Ich weiß nicht, ob er noch Freunde hat, die ihm sagen können: "Wolferl, du solltest ein bisserl aufpassen auf dich. Die Gefahr, dass du ganz einsam stirbst, aber alle auf deinem Begräbnis sein werden, ist sehr groß."

NEWS: Würden Sie ihm das sagen wollen?
Fendrich: Mir steht das nicht zu. Ich bin nicht mehr sein Freund.

NEWS: Werden Sie zu Ihrem 60er eine Autobiografie schreiben?
Fendrich: Ich werd mich hüten! Das geb ich mir nicht. Vielleicht schreib ich einmal ein Musical, wenn ich so alt bin wie der Udo Jürgens, der nach wie vor mein unangefochtenes Vorbild ist als Mensch, als Kreativer und mit seiner Jugendlichkeit. Aber mit einer Autobiografie, mit Dingen, die passiert sind, will ich mein Publikum nicht langweilen. Ich überrasche es lieber mit Kommendem.

NEWS: Gäbe es Dinge, die Sie in einer Autobiografie auspacken könnten? Zum Beispiel über Wolfgang Ambros?
Fendrich: Ich hab nie ausgepackt, ich werde auch nicht auspacken.

NEWS: Ihre Pläne?
Fendrich: Jetzt gehe ich Kalamari fischen (lacht) . Und ich genieße mein Familienleben hier in der wunderbaren Herbstlandschaft von Mallorca. Und dann kommt meine Band runter, und wir versuchen ganz, ganz sachte unsere Gedanken zu ordnen – für ein Album, das vielleicht übernächstes Jahr auf den Markt kommt. Ich hab ja hier ein sehr schönes kleines Studio.

NEWS: Hauptwohnsitz bleibt aber Wien?
Fendrich: Ich bin Wiener und werde immer einer bleiben.

Noch mehr zum Thema lesen Sie im NEWS 38/2011!

Kommentare

Pharisäer Die üblichen Dumpfbirnen, welche auch zu politischen Themen ihre grenzwertigen "Ansichten" posaunen , echauffieren sich - wie beim Häupl - über Alkoholkonsum. Selbst holen sie sich gerne Anregungen beim Wirtn oder im Bierzelt. Alfons Haider liegt genau richtig mit seiner Charakterisierung Österreichs, die Wahrheit zu sagen (wie eben W.A.), ist im Land der Spiesser ein Sakrileg. Diese Margit hat- ausser einem ganz kurzem Intermezzo beim "Rennbahn-Express" - nie was gearbeitet, hat das Haus okkupiert in Pressbaum und 3 000,- monatlich sind ihr noch immer zuwenig. Lächerlich, diese Lobeshymnen auf sie vom Rüssler...

......der werfe den ersten stein .... ich weiss , dass keiner von beiden, jemals ein kostverächter war (ist) ,...
...aber anscheinend hacken die krähen sich schon gegenseitig die augen aus ....
"....ach wie tief sind wir gesunken ;)) "

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Wow... hmm...wusste gar nicht, dass die beiden Alten ehemaligen österr. Sänger noch unter den Lebenden weilen...

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Re: Wow... naja das ist aber auch nicht grade ein Hinweis das du noch unter den Lebenden weilst...lach

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Oberflächlich wer hat dem besoffenen Ambros geraten ein Buch zu schreiben! Wer hat ihn veranlasst Menschen zu beleidigen! Und wie kommt er dazu, die Mutter seiner Kinder derartig schlecht zu reden!! Soviel NICHTS ist schon entlarvend; Andere schlecht reden, ist ein Extrem seines charakters

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Re: Oberflächlich Dem stimme ich zu 1000% zu!!!!
Wer selber so viel Mist in seinem Leben verbockt hat, sollte sich genau überlegen was oder ob er über andere etwas von sich gibt.
Hochachtung vor Fendrich dessen Interview ich gerade gelesen habe.
Er steht zu seinen Fehlern aber würde ganz sicher nie dergleichen äussern über Andere. Er ist wirklich Künstler, das hat er bewiesen.

Maika melden

Re: Oberflächlich Bin auch der Meinung von den Schreibern vor und nach mir!
Respekt vor Fendrich, der Wolferl Ambros tut mir einfach nur mehr leid.
Der verliert schön langsam den Bezug zur Realität.
Vielleicht der Beginn einer Demenz?? Wenn nicht schon mittendrin. Von seinen Zellen sind durch seinen Alkohol-und Drogenkonsum, sicher fast alle abgestorben !

Rasso melden

Re: Oberflächlich Prost

günza melden

Re: Oberflächlich es ist eben so viel leichter über andere herzuziehen als seine eigenen dinge auf die reihe zu bekommen. Ich finde es schade, dass eine Freundschaft so enden muss. Aber auch ich und viele andere hatten sicherlich solche Ereignisse in ihrem Leben gehabt und etwas Besonderes ist das nicht. Ich selbst hatte sogar eine Firma mit zwei vermeintlichen Freunden, bis ich draufgekommen bin das ich es mit selbstherrlichen Arschlöchern zu tun habe. Mich hätte das bald meine Familie und mein Leben gekostet und das ist es nicht wert. So gesehen, gebe ich dem Fendrich vollkommen recht, dass er nichts mehr mit dem Ambros zu tun haben will.

Ambros Der Typ wirkt so weichgsoffn, dass man ihn nicht mehr ernst nehmen kann.
Seine letzten neuen Sachen von Bedeutung liegen über 20 Jahre zurück, wenn es nicht gar der Watzmann war der auch nicht von ihm war.
Wo war sei Leistung?
Ich meine in den paar Jahren nach dem Hofer, davon zehrt er schon sein Leben lang.
Nun wirkt er aber nur mehr wie ein kranker Sandler, sorry...aber es ist so....

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