Amazon enttäuscht Analysten: Hobe Rabatte und kostenfreie Lieferung setzen Umsatz zu

Erstes Quartal 2011 soll Gewinnrückgang bringen Investitionen sollen für weiteres Wachstum sorgen

Amazon enttäuscht Analysten: Hobe Rabatte und kostenfreie Lieferung setzen Umsatz zu © Bild: dpa/Zucchi

Der immer härter werdende Kampf um Marktanteile geht selbst am weltgrößten Internet-Kaufhaus nicht spurlos vorbei. Amazon blieb im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Die Erlöse betrugen in dem Dreimonatszeitraum 12,95 Milliarden Dollar, wie das US-Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt mit 13,01 Milliarden Dollar gerechnet.

Wegen hoher Rabatte und kostenfreier Lieferungen erwirtschaftete der US-Konzern im Weihnachtsgeschäft weniger als erwartet. Im abgelaufenen Weihnachtsquartal stieg der Umsatz um 36 Prozent im Vergleich um Vorjahreszeitraum auf 12,95 Milliarden Dollar (9,44 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas höheren Erlös gerechnet. Der Nettogewinn legte um rund sieben Prozent auf 416 Mio. Dollar zu.

Fürs erste Quartal 2011 rechnet Amazon mit einem Betriebsgewinn zwischen 260 und 385 Millionen Dollar, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Unter den Erwartungen fiel vor allem die Prognose für die künftigen Margen aus. Amazon warnte, wegen höherer Kosten könne die Marge im laufenden Quartal zwischen 2,8 und 3,8 Prozent liegen. Im ersten Quartal 2010 waren es noch 5,5 Prozent gewesen.

Kindle als Verkaufsschlager
Amazon wurde 1994 von Jeff Bezos gegründet und schaffte den Sprung vom einfachen Online-Buchhändler zum Marktführer bei Internethandelskonzernen. In den vergangenen Jahren wurde Amazon für seine rasante Entwicklung und zweistellige Wachstumszahlen oft gelobt. Im Sommer wurden erstmals mehr digitale Bücher als Printausgaben verkauft. Das Lesegerät Kindle gilt bereits als erfolgreichstes Vertriebsprodukt, muss sich aber nun des immer beliebter werdenden iPads von Apple erwehren.

Investitionen sollen Wachstum sichern
Anleger trieben den US-Aktienkurs im vergangenen halben Jahr um mehr als 70 Prozent in die Höhe - und schafften damit Raum für Enttäuschungen. Die nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen ließen den Wert in New York um neun Prozent einbrechen. Branchenexperten zeigten sich besorgt. Amazon scheute in der Vergangenheit keine Kosten, seinen Umsatz mit teuren Anreizen wie dem kostenlosen Versand auf Kosten der Marge zu steigern. Um sich auch weiterhin Wachstum zu sichern, plant Amazon, viel Geld für Zukäufe und neue Verteilerzentren auszugeben. Die Anleger zeigten sich unzufrieden und schickten die Aktie auf Talfahrt. In Frankfurt gaben die Aktien am Freitag mehr als fünf Prozent nach.

Amazons Konkurrent Ebay hatte im vergangen Quartal zwar einen Gewinnrückgang verkraften müssen, verdiente aber dennoch mehr als von Branchenexperten erwartet. Der Überschuss sank auf 559 Millionen Dollar von 1,36 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

(apa/red)