Neue Starter von

Amadeus Awards:
Diese Namen sollten Sie kennen

Ina Regen und Co.: Wer Chancen auf Preise hat

Ina Regen © Bild: Nina Stiller

Heute findet die 18. Verleihung der Amadeus Awards, des wichtigsten Musikpreises in Österreich, statt. Moderiert wird er erstmals von Conchita, den Preis für sein Lebenswerk erhält posthum Wilfried. Wie immer zählen Bilderbuch und Wanda zu den Favoriten mit je fünf Nominierungen. Doch wer ist (relativ) neu im Starterfeld? Wen sollte man vor der Verleihung noch kennen? Hier eine kurze Vorstellung.

Pizzera & Jaus

Pizzera & Jaus folgen den „großen“ Bilderbuch und Wanda mit drei Nominierungen im Spitzenfeld. Das Musikprojekt der beiden Kabarettisten Paul Pizzera und Otto Jaus gibt es bereits seit 2015. Zunächst wurde das Duo mit seinen launigen Songs im Dialekt via Internet bekannt, doch dann folgten auch Radiohits. Bereits letztes Jahr konnten sie mit ihrem Durchbruchshit „Jedermann“ den Amadeus für den „Song des Jahres“ holen. Letztes Jahr, 2017, wurde dann so richtig erfolgreich für Pizzera & Jaus, mit „Eine ins Leben“ folgte der nächste Hit, das Album „Unerhört solide“ erreichte Platz eins der Charts sowie Gold-Status. Dieses ist auch als „Album des Jahres“ nominiert, ebenso wie „Eine ins Leben“ als „Song des Jahres“ wieder mit dabei ist und Pizzera & Jaus könnten auch bester Pop-Rock-Act werden. Das kann sich durchaus sehen lassen.

Raf Camora

Deutschrap ist derzeit aufgrund von Kollegah und Farid Bang in den Schlagzeilen vertreten wie kaum davor. Das österreichische Pendant ist Raf Camora. Der Rapper (bürgerlicher Name Raphael Ragucci) stammt eigentlich aus der französischen Schweiz, ist aber in Wien Fünfhaus aufgewachsen, wo er angeblich auch ein Jahr auf der Straße verbrachte, als er mit 14 von zuhause weg lief. Schon früh verfolge er seine musikalischen Projekte wie etwa Raptoi oder Family Bizz. 2009 erschien sein Solodebüt „Nächster Stopp Zukunft“, der Durchbruch gelang 2013 mit „Hoch 2“ und 2016 folgte das bislang erfolgreichste Album, eine Kollaboration mit dem deutschen Rapper Bonez MC, „Palmen aus Plastik“. Das jüngste Album „Anthrazit“ und dessen Nachfolger „Anthrazit RR“ wurden ebenfalls zu Hits. RAF Camora ist somit zwar nicht „neu“ und in Deutschland schon längst bekannt, aber der österreichischen Öffentlichkeit wurde er vermutlich erst durch eine Massenpanik, die er 2017 bei einer Nike-Store-Eröffnung auf der Mariahilfer Straße auslöste, bekannt. Dabei erwähnt er seine Fünfhaus-Herkunft immer wieder und widmete mit „Vienna“ Wien ein ganzes Lied. Für den Amadeus ist er gleich dreimal nominiert (Album des Jahres („Anthrazit“), Song des Jahres („Primo“) und HipHop/Urban-Act des Jahres).

5K HD

Für begeisterte Kritiken allerseits sorgen meist die Auftritte von 5K HD. Hinter diesem Namen steckt eigentlich eine Supergroup, bestehend aus der Frontfrau von Schmieds Puls Mira Lu Kovacs und den vier Jungs von Kompost 3 (Martin Eberle, Benny Omerzell, Manu Mayr und Lukas König). Sie lassen sich vor allem eines nicht: In eine bestimmte Schublade stecken. Von elektronischen Mitteln über Jazz bis zu Dubstep, Breakbeat oder Funkriffs ist alles dabei, was den begnadeten Musikern gerade in den Sinn kommt. Und dafür werden sie nun auch belohnt. Gleich drei Amadeus Nominierungen gibt es in den Bereichen Jazz/World/Blues (bei Awards muss dann doch eine gewisse Schubladisierung sein), bester Sound und FM4-Award (der jedoch bereits fix an Farewell Dear Ghost geht).

Ina Regen

Über zehn Jahre lang war Ina Regen bereits in der Musikszene unterwegs, jedoch immer im Schatten anderer Künstler, als Backgroundsängerin. Erst letztes Jahr traute sich die gebürtige Oberösterreicherin aus diesen Schatten ins eigene Rampenlicht zu treten – und das mit Mega-Erfolg. Ihre melancholische Klavierballade „Wie a Kind“ schlug ein, 750.000 Youtube-Klicks gab es innerhalb von nur drei Wochen nach der Veröffentlichung. Zusätzlichen Startboost verschaffte ihr auch ein Duett mit Conchita, in dem die beiden den Hubert von Goisern-Hit „Heast as ned“ covern. Seitdem erobert die Newcomerin ganz im Alleingang, ohne Label, ohne Management, ohne Marketing oder Promostrategie die Herzen der ÖsterreicherInnen und wird im Sommer James Blunt supporten. Das Debütalbum ist für Herbst angekündigt. Bereits jetzt könnte sie gleich zwei Amadeus Awards in den Kategorien bester Song und beste Künstlerin Pop/Rock einheimsen.

Mavi Phoenix

Auch keine Newcomerin mehr, aber ebenfalls mit einer guten Chance ausgezeichnet zu werden geht Mavi Phoenix mit zwei Nominierungen ins Amadeus-Rennen. Die erst 22-jährige Linzerin begann schon mit elf Jahren Musik zu komponieren, 2013 gewann sie den Musikwettbewerb „Lautstark!“ und legte sich den Künstlernamen Mavi Phoenix in Anlehnung an den verstorbenen Schauspieler River Phoenix zu. Ihre Musik ist zwischen Lo-Fi-Pop, Trap und R&B angesiedelt und wurde bereits mit Weltstar wie M.I.A. vergleichen. Ihre erste EP „My Fault“ stellte sie als Gratis-Download auf ihrer Website zur Verfügung, die zweite „Young Prophet“ erschien Anfang 2017 bei ihrem eigenen Label. Zu sehen war die Künstlerin mit syrischen Wurzlen, die gerne Second-Hand-Mode trägt, als Supporterin von Bilderbuch auf den Bühnen Österreichs. Gewinnen könnte sie als bester Alternative-Act, nominiert war sie auch für den FM4-Award. Doch „ich gewinne noch genug Awads, es muss nicht gleich sein“, zeigt sich die junge Musikerin in einem Interview mit der „Presse“ nur auf den ersten Blick bescheiden.

Leyya

Dass es „im Austropop nicht immer augenzwinkernd zugehen muss“ beweise Leyya aus Linz, wie das deutsche Musikportal „laut.de“ über das oberösterreichische Trip-Hop-Duo schrieb. Die Band, die 2017 bereits den Fm4-Award erhielt, produziert eingängigen Indie-Synthpop und ist auf renommierten Festivals wie dem Reeperbahn Festival gebucht. Anfang dieses Jahres erschien das zweite Album „Sauna“. Der Bandname Leyya kommt übrigens aus dem Inuktitut (Inuit-Sprache) und bedeutet Vermarktungsstrategie. Die ist zumindest bis dato sehr gut gelungen. Sie könnten heuer sowohl Live-Act als auch Alternative-Act des Jahres werden.

Hier sind alle Nominierten:

Album des Jahres

  • "Anthrazit" von RAF Camora
  • "Falco 60" von Falco
  • "Magic Life" von Bilderbuch
  • "Niente" von Wanda
  • "Unerhört solide" von Pizzera & Jaus

Song des Jahres

  • "Bungalow" von Bilderbuch
  • "Columbo" von Wanda
  • "Eine ins Leben" von Pizzera & Jaus
  • "Primo" von RAF Camora
  • "Wie a Kind" von Ina Regen

Live Act des Jahres

  • Andreas Gabalier
  • Bilderbuch
  • Leyya
  • Rainhard Fendrich
  • Wanda

Songwriter des Jahres

  • Florian Ritt, Gabriel Haider (Musik & Text), Paul Slaviczek (Musik) und Mathias Kaineder (Text) für "Mir laungts" (Folkshilfe)
  • Andreas Grass und Nikola Paryla (Musik & Text) für "Dance Like Nobody´s Watching" (Marija)
  • Peter Fiedler (Musik & Text) für "In der Nacht" (Nockalm Quintett)
  • Johannes Herbst und Simon Lewis (Musik & Text) für "All I Am" (Simon Lewis)
  • Thomas Schneider (Musik & Text) für "Unendlich gleich" (Tagtraeumer)

Alternative

  • Der Nino aus Wien
  • Garish
  • Leyya
  • Mavi Phoenix
  • Onk Lou

Electronic / Dance

  • Marco Wagner & Dave Brown
  • Möwe
  • Parov Stelar
  • Poptracker feat. Ariana
  • Wandl

Hard & Heavy

  • Belphegor
  • Kaiser Franz Josef
  • Mother’s Cake
  • The Weight
  • Turbobier

HipHop / Urban

  • Chakuza & Bizzy Montana
  • Dame
  • RAF Camora
  • Yasmo & die Klangkantine
  • Yung Hurn

Jazz / World / Blues

  • 5/8erl in Ehr’n
  • 5K HD
  • Hubert von Goisern
  • Molden, Resetarits, Soyka, Wirth
  • Wilfried

Pop / Rock

  • Bilderbuch
  • Ina Regen
  • Pizzera & Jaus
  • Seiler und Speer
  • Wanda

Schlager/Volksmusik

  • Die jungen Zillertaler
  • Seer
  • Nik P.
  • Nockalm Quintett
  • Semino Rossi

FM4 Award

  • Farewell Dear Ghost

Tonstudiopreis Best Sound

  • 5K HD / „And To In A“: Recording: Evan Sutton, Manu Mayr, Markus Wallner; Mix: Maximilian Walch, Martin Siewert, Sixtus Preiss, Manu Mayr; Mastering: Martin Scheer; Künstlerische Produktion: 5K HD
  • Bilderbuch / „Magic Life“: Recording: Bilderbuch, Zebo Adam & Alex „Fire“ Tomann; Mix: Alex „Fire“ Tomann; Mastering: Martin Scheer; Künstlerische Produktion: Bilderbuch & Zebo Adam
  • Camo & Krooked / „Mosaik“: Recording: Nikodem Milewski; Mix: Reinhard Rietsch, Markus Wagner; Mastering: Reinhard Rietsch, Markus Wagner; Künstlerische Produktion: Reinhard Rietsch, Markus Wagner
  • Christoph Pepe Auer / „Songs I Like – Germany Edition“; Recording: Christoph Pepe Auer, Gregor Hilbe; Mix: Dietz Tinhoff; Mastering: Martin Scheer; Künstlerische Produktion: Christoph Pepe Auer, Gregor Hilbe
  • Wanda / „Niente“: Recording: Paul Gallister, Lukas Turnovsky; Mix: Paul Gallister; Mastering: Robin Schmidt; Künstlerische Produktion: Paul Gallister

Lebenswerk

  • Wilfried Scheutz (posthum)