"Wir sind alle Affen" von

Nach Rassismus-Eklat um Banane:
Solidaritätswelle mit Dani Alves

Mario Balotelli, Roberto Carlos, Neymar & Co. posten Selfies mit Banane

"Wir sind alle Affen" - Nach Rassismus-Eklat um Banane:
Solidaritätswelle mit Dani Alves

FC Barcelona Kicker David Alves löst mit seiner großartigen Reaktion auf eine rassistische Beleidigung im Spiel gegen Villarreal eine wahre Anti-Rassismus-Kampagne aus. Unter dem Hashtag #weareallmonkeys# erklärten sich Fußball-Kollegen wie Mario Balotelli, Roberto Carlos oder Neymar solidarisch mit dem Star-Kicker des FC Barcelona.

Alves, der am Sonntag beim 3:2-Auswärtssieg der Katalanen gegen Villarreal mit einer Banane beworfen wurde, stößt mit seiner außergewöhnlichen Reaktion allerorts auf Anerkennung. Alves reagierte auf die "rassistische Attacke" mit Humor, hob die Banane auf, schälte sie, aß ein Stück davon und setzte dann das Spiel mit dem Eckball fort.

Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile über Twitter, Instagram und Facebook. Viele prominente Fußballkollegen und Fans erklärten sich mit Alves solidarisch, unterstützen die Anti-Rassismus Welle und posteten seither haufenweise Selfies mit Banane.

Roberto Carlos wurde selbst schon einmal von einem Fan im Spiel gegen Zenit Sankt Petersburg mit einer Banane beworfen und schreibt zu seinem Bananen-Selfie: "Gegen Rassimus!!! Wir sind alle gleich!!!"

Auch Lucas Moura von Paris Saint-Germain postet wie viele seiner Kollegen ein Banane-Selfie auf Facebook.

Manchester-City-Star Sergio Aguero schreibt auf seinem Twitter-Account: "Mit meiner Kollegin Marta aus Brasilien - wir sagen #NoToRacism. Wir sind alle gleich."

Alves-Teamkollege Neymar publiziert ein witziges Bananen-Foto mit Söhnchen David Lucca und schreibt: "Wir sind alle Affen, wir sind alle gleich. Sagt 'Nein' zu Rassismus!!"

© APA/EPA/ETTORE FERRARI Matteo Renzi mit Nationaltrainer Cesare Prandelli

Sogar der italienische Premierminister Matteo Renzi lässt es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Nationaltrainer Cesare Prandelli medienwirksam Bananen zu verputzen.

Auch in Österreich unterstützen die Fußballspieler Alves' Kampf gegen den Rassismus. Sturm-Graz-Spieler Florian Kainz postet stellvertretend ein Bananen-Selfie mit folgendem Text: "#Respekt vor der Aktion von Dani Alves vom FC Barcelona! Er wurde am Wochenende rassistisch beschimpft und mit Bananen beworfen. Seine Reaktion: Er hat sie gegessen. Nun zeigt sich die gesamte Sportwelt solidarisch mit ihm. Florian Kainz in Vertretung für den gesamten SK Puntigamer Sturm Graz sagt: #NoToRacism!"

Und auch die Deutsche Bundesliga sendet Anti-Rassismus-Signale: Dortmund-Spieler Robert Lewandowski und Teamkollege Pierre-Emerick Aubameyang beißen in die gekrümmte Frucht.

Der spanische Erstligist Villarreal hat unterdessen den Urheber des rassistischen Angriffs auf Dani Alves ausfindig gemacht. Wie der Club mitteilte, konnte dank der Mithilfe der Fans und der Polizei jener Zuschauer identifiziert werden, der den Brasilianer am Sonntag mit einer Banane beworfen hatte. Villarreal verhängte gegen den Mann ein Stadionverbot auf Lebenszeit.

Alves selbst hat den Umgang mit Rassismus in Spanien als "sehr rückständig" bezeichnet. Der Brasilianer sprach sich außerdem für abschreckendere Sanktionen aus. "Wenn ich könnte, würde ich das Foto dieses Fans im Internet veröffentlichen, damit er sich schämt", sagte Alves im brasilianischen Radio Globo.

Bereits in der Vergangenheit hatte der langjährige Legionär die Auswüchse des Rassismus in Spanien scharf kritisiert. "Dieses Land wird als Wohlstandsland verkauft, aber in gewissen Dingen ist es sehr rückständig", sagte er nun.

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