Alte ORF-Post von "Meischi" aufgetaucht: Wieder Meischberger-Mail an Wrabetz publik

Kolportierte Entwürfe für Digital-Projekt "D.ORF" Meischberger: "Kann Echtheit nicht bestätigen"

Alte ORF-Post von "Meischi" aufgetaucht: Wieder Meischberger-Mail an Wrabetz publik © Bild: APA/Pfarrhofer

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sieht sich im Vorfeld der ORF-Wahl wieder einmal mit altem Mail-Verkehr konfrontiert. Am Wochenende berichten "profil" und "Der Standard" von einem Schreiben des ehemaligen ORF-Stiftungsrates Walter Meischberger aus dem Jahr 2008, in dem dieser wieder angebliche Vereinbarungen - diesmal zu dem nie umgesetzten Onlineprojekt "D.ORF" schildert.

Kolportierte Entwürfe für "D.ORF" waren im September 2008 bekanntgeworden. Am 5. September des Jahres hatte Meischberger gegenüber der APA behauptet, im Auftrag von Wrabetz ein Konzept für eine virtuelle Plattform a la Facebook für den ORF zu planen. Postwendend kam damals ein Dementi aus dem ORF: Meischberger sei dafür weder schriftlich noch mündlich beauftragt worden, noch besitze er sonst wie einen Projektauftrag des ORF, betonte der damalige ORF-Kommunikationschef Pius Strobl ebenfalls am 5. September 2008. "Jede andere Darstellung ist unwahr."

In dem nun von "profil" und "Standard" zitierten Mail an Wrabetz bezieht Meischberger sich auf ein Telefongespräch vom 6. September 2008 mit Wrabetz persönlich. "Nachdem sich die medialen Wellen in Sachen D.ORF langsam verflüchtigen, melde ich mich auf diesem Wege, um im Hinblick auf die morgige Stiftungsratsklausur weiteren Kommunikationsfehlern und Missverständnissen rechtzeitig vorzubeugen." Sein Schreiben sei als Zusammenfassung eines Telefongesprächs vom 6.9. 2008 zu verstehen, so der Autor laut "profil" und "Standard" und "sollte den gemeinsamen Willen, das Projekt D.ORF in einer rechtlich haltbaren Konstellation trotz aller möglichen Querschüsse doch noch umzusetzen, festschreiben."

Meischberger selbst kann sich ad hoc nicht an das Schreiben erinnern, wie er der APA sagte. "Ich kann die Echtheit des Mails nicht bestätigen", sagte er. Von ORF-Seite wurde einmal mehr betont, dass das Projekt nie umgesetzt worden sei.

(apa/red)