Übernahmepoker von

Alstom sagt "Ja" zu
Angebot von General Electric

Allianz so gut wie fix: Einigung mit französischer Regierung fehlt noch

Alstom sagt "Ja" zum Angebot von General Electric. © Bild: APA/EPA/CHRISTOPHE KARABA

Die Allianz zwischen dem französischen Industriekonzern Alstom und dem US-Konzern General Electric rückt näher. Der Alstom-Verwaltungsrat erklärte am Samstagabend, die GE-Offerte zum Kauf des Alstom-Energiegeschäfts einstimmig angenommen zu haben. Damit fehlt als Grundpfeiler der Allianz noch eine Einigung zwischen dem französischen Staat und dem bisherigen Alstom-Haupteigner Bouygues.

Der Staat will Bouygues 20 Prozent an Alstom abkaufen und damit dort selbst zum Großaktionär aufsteigen. Nach Angaben von Insidern verhandeln Bouygues und die Regierung noch über den Preis, eine Einigung wird am Sonntag erwartet. Die Regierung hatte sich am Freitag für diese Variante entschieden, damit war das Konsortium um Siemens und den japanischen Konzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) aus dem Rennen.

Verbessertes Angebot vorgelegt

GE hatte zuletzt eine verbesserte Offerte vorgelegt, die Alstoms Energiegeschäft mit 12,4 Milliarden Euro bewertet. Zudem hatte GE in Absprache mit dem Alstom-Management mehrere Joint-Ventures und andere Allianzen vorgeschlagen.

Der Alstom-Verwaltungsrat teilte am Samstagabend mit, die Offerte des US-Konzerns komme nicht nur den Interessen Alstoms und seiner Aktionäre entgegen, sondern auch den Bedenken des französischen Staates.

Feilschen um Preis

Frankreichs Präsident Francois Hollande erklärte, sollte Bouygues seinen Anteil nicht zu einem für die Regierung akzeptablen Preis verkaufen, müsse das verkündete Allianz-Vorhaben mit GE nochmals überdacht werden. Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg hatte am Freitag gesagt, der Staat werde Bouygues pro Alstom-Aktie den aktuellen Marktpreis zahlen. Der lag zuletzt bei 28 Euro. Damit würde der Staat rund 1,7 Milliarden Euro für den Anteil zahlen. Bouygues bewertet die Papiere aber mit 34 Euro pro Stück.

Der Chef des französischen Alstom-Konzerns, Patrick Kron, will unterdessen zurücktreten, sobald die Allianz mit dem US-Konzern General Electric (GE) erfolgreich abgeschlossen ist. Dies sagte Kron in einem Interview mit der französischen Sonntagszeitung "Journal du Dimanche".

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