Als Reaktion auf Mohammed-Zeichnung: Iran stellt Karikaturen zum Holocaust aus

Freiheitsstatue mit Holocaust-Buch und Hitler-Gruß Sieger erhält 12.000 Dollar Preisgeld

Als Reaktion auf die in der islamischen Welt heftig kritisierten Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung ist am Montag im Iran eine Ausstellung von mehr als 200 Karikaturen zum Holocaust eröffnet worden. Die iranische Zeitung "Hamshahri" hatte den internationalen Karikaturen-Wettbewerb im Februar ausgeschrieben. Der Aufruf damals stand unter der Überschrift: "Wo liegt die Grenze der westlichen Meinungsfreiheit".

Die Ausstellung in Teheran zeigt insgesamt 204 Karikaturen aus dem Iran und dem Ausland, die unter 1.200 Einsendungen ausgewählt wurden, wie Ausstellungsdirektor Masud Shodschai sagte. Auf einer von einem Indonesier gefertigten Zeichnung ist die New Yorker Freiheitsstatue abgebildet. In der linken Hand hält die Freiheitsgöttin ein Buch über den Holocaust, die andere Hand ist zum Hitler-Gruß erhoben.

Die Ausstellung ist bis zum 13. September zu sehen. Am Ende soll ein Sieger gekürt werden. Das Preisgeld beträgt 12.000 Dollar (9.435 Euro). Das Ausstellungsgebäude steht neben der Botschaft der palästinensischen Autonomiebehörde, in der vor der Islamischen Revolution 1979 die israelische Botschaft untergebracht war.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat in den vergangenen Monaten wiederholt den Holocaust geleugnet und ihn als "Mythos" bezeichnet. Zugleich sagte er, der Staat Israel müsse von der Landkarte getilgt werden. (apa/red)