Alpiner Ski-Weltcup von

Slalom-Sieg an Kostelic

Kroate gewinnt überlegen in Wengen. Bester ÖSV-Läufer Matt auf Rang 4, Hirscher out.

Alpiner Ski-Weltcup - Slalom-Sieg an Kostelic © Bild: Reuters

Ivica Kostelic ist der "Mr. Wengen". Der Kroate hat am Sonntag den Slalom der alpinen Ski-Herren gewonnen und damit schon seinen sechsten Weltcup-Sieg im Schweizer Traditions-Ort gefeiert: Mittlerweile viermal hat Kostelic den Slalom für sich entschieden (2002, 2010, 2011, 2012), hinzu kommen zwei Triumphe in der Super-Kombination (2011, 2012).

Hinter Kostelic landeten mit Respektabstand der Schwede Andre Myhrer (+0,85 Sekunden) und der für Deutschland fahrende gebürtige Tiroler Fritz Dopfer (0,88) auf den Plätzen zwei und drei. Der Tiroler Halbzeit-Führende Mario Matt verpasste als Vierter das Stockerl um 0,04 Sekunden. Manfred Pranger wurde 12., Christoph Dreier 14. und Benjamin Raich 15.. Marcel Hirscher schied im ersten Durchgang aus, sein Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf Titelverteidiger Kostelic ist auf 30 Punkte geschmolzen.

Kostelic verlässt Wengen mit dickem Punkte-Koffer
Im Slalom-Weltcup hat Kostelic seine Führung auf Hirscher auf 125 Zähler ausgebaut. Kostelic hat Wengen mit 200 Punkten im Gepäck verlassen. Bereits am Freitag hat er mit einem famosen Slalom den Sieg in der Super-Kombi eingefahren, zwei Tage später distanzierte er die Konkurrenz vor allem dank eines Schlusssprints im zweiten Durchgang. "Ich bin taktisch gefahren. Oben habe ich nicht voll riskiert, weil die Piste schon sehr schlecht war. Unten habe ich dann richtig Gas gegeben, es hat geklappt", freute sich Kostelic, der auch die Kurssetzung von ÖSV-Trainer Rainer Gstrein im Finale lobte.

Kostelic dreht damit neuerlich im Jänner kräftig auf und antwortete auch auf den Doppelschlag von Hirscher vor einer Woche in Adelboden. Vor genau einem Jahr hatte Kostelic im Jänner 2011 sogar unglaubliche 999 Punkte eingefahren und damit die Basis für den überlegenen Sieg im Gesamt-Weltcup gelegt.

Matt verspielt Zwischenführung
Matt hat nach seiner Bestzeit im ersten Durchgang im zweiten Lauf mit einem Fehler im Steilhang ein besseres Ergebnis verspielt. "Mir hat es einen Ski gefangen, dann hat es mich ausgehoben. Ich war weg von der Ideallinie, das hat viel Zeit gekostet. So knapp am Podium vorbeizufahren, das ist schön ärgerlich", bilanzierte der zweifache Slalom-Weltmeister, der aber zuversichtlich in Richtung der kommenden Heimrennen in Kitzbühel und Schladming blickt: "Ich bin auf dem richtigen Weg und werde weiter voll angreifen."

Hirscher über Ausfall: "Bin ordentlich stinkig"
Hirschers Erfolgsrun wurde in Wengen durch einen Einfädler gestoppt. "Ich bin ordentlich stinkig. Aber wenn ich den Vorsprung sehe, dann kann ich wieder lachen. Die Fahrt und die Zeit waren genial. Das war mitunter das Beste, was ich heuer geboten habe", meinte der Salzburger, der um fast acht Zehntel schneller als der Halbzeit-Führende Teamkollege Matt war.

"Ein Einfädler im Slalom, das kann passieren, das darf passieren. Das ist nichts Außergewöhnliches", sagte der 22-jährige ÖSV-Jungstar, der zuletzt in Zagreb und Adelboden drei Rennen in Serie gewonnen hatte und auch Wengen als Führender im Gesamt-Weltcup verließ. Im ersten Lauf eingefädelt haben so wie Hirscher auch Rainer Schönfelder und Reinfried Herbst.