Alpiner Ski-Weltcup von

Marlies Schild holt Zagreb-Sieg

Die Weltmeisterin triumphiert im fünften Slalom der Saison vor Maze und Kirchgasser

Alpiner Ski-Weltcup - Marlies Schild holt Zagreb-Sieg © Bild: GEPA

Die Sicht war im ersten Lauf teilweise nebelverhangen, die Piste war im zweiten löchrig, aber die Siegesserie von Marlies Schild hat den Jahreswechsel überstanden und allen Widrigkeiten auf dem Sljeme erfolgreich getrotzt. Die 30-jährige Salzburgerin gewann mit zwei Laufbestzeiten auch den fünften Saison-Slalom und triumphierte zum vierten Mal nach 2006, 2007 und 2011 in Zagreb.

Es war ihr 34. Weltcupsieg. Das Rennen dahinter entschied die Slowenin Tina Maze für sich (+1,40 Sek.), Michaela Kirchgasser wurde Dritte (2,27) und landete erstmals in ihrer Karriere in dieser Disziplin auf dem Podest.

48. Podestplatz
Für Schild war es der 48. Podestplatz im Slalom, der insgesamt 60. in fünf Disziplinen. Sie ist nun die Athletin mit den meisten Torlauf-Stockerlplätzen der Geschichte, hängte die Schweizerin Vreni Schneider um einen ab. Mit 32 Slalomsiegen fehlen nur noch zwei auf den Rekord von Schneider, einem Ziel, dem sie mit großen Schritten näher kommt. Die Erfolgsbilanz bei der Snow Queen Trophy in Zagreb kann sich sehen lassen: vier Siege, ein zweiter und ein dritter Platz bei sieben Antreten in acht Rennen. Nirgendwo sonst hat die Weltmeisterin bisher so dominiert.

Das Maß aller Dinge
"So weit war ich noch nie vorne nach dem ersten Durchgang! Ich glaube, das braucht man heute auch, es wird schwierig werden", hatte Schild nach Lauf eins, den ÖSV-Trainer Stefan Bürgler gesetzt hatte, noch vermutet. 0,9 Sekunden Vorsprung auf Maze waren ein wahrlich schöner Polster - trotz Fehler im Flachen und bei der letzten Haarnadel. Den finalen Lauf setzte der slowenische Coach, das nützte Maze auch nichts, wie schon in Lienz wurde sie Zweite. Und Schild war einmal mehr vor 8.000 Zuschauern das Maß aller Dinge.

"Läuft traumhaft"
"Es läuft im Moment einfach traumhaft. Ich habe heute alles gegeben, auch im zweiten habe ich nicht dosiert, sondern nur ein paar schwierige Passagen schön gefahren. Mir reicht auch 1/100 Vorsprung, man darf da nicht unzufrieden sein, wenn man einmal nicht so weit vorne ist. Wichtig ist, dass man am Ende vorne ist", meinte Schild, die berichtete, sich vor dem Finale "angeheizt" zu haben, um alles zu geben. Im Slalom-Weltcup führt sie mit 500 Punkten vor Maze (287) und Kirchgasser (205). Im Gesamtweltcup liegt Lindsey Vonn mit 641 Punkten vor Schild (540), die gesundheitlich angeschlagene US-Amerikanerin verbesserte sich am Dienstag im Finale noch von Rang 24 auf 9.

Regen setzte Piste zu
Es war selbst für Schild nicht leicht zu fahren gewesen, stundenlanger Regen vor dem Rennen hatte der ohnehin schon weichen Piste nochmals zugesetzt, der Schnee wurde mit Salz behandelt. Die deutsche Gesamtweltcupsiegerin Maria Höfl-Riesch eröffnete nach ihrer Erkrankung (Hals, Bronchien) geschwächt den Slalom. Als die unmittelbar nach ihr gestartete Schild im Ziel war, stand neben der Deutschen schon ein Rückstand von 1,66. Das sollte zwar noch zu Halbzeit-Platz acht reichen, im zweiten Durchgang schied Höfl-Riesch aber aus.

Kirchgasser wird Dritte
Die Piste hielt insgesamt aber besser als erwartet und ließ auch mit etwas höheren Nummern noch gute Leistungen zu. So fuhr Michaela Kirchgasser mit 15 auf 3 und hielt diesen Rang auch im zweiten Durchgang. Nach zwei vierten Plätzen in ihrer Laufbahn in dieser Disziplin schaute der erste Podestrang heraus. Kirchgassers Taktik für das Finale wäre gewesen: "Nicht sinnlos hasardieren, sondern cool attackieren." Das tat sie dann auch. "Dass der Einser aufgeleuchtet ist, das hat mich riesig gefreut. Ich habe vier harte Jahre hinter mir, in denen ich hart gekämpft habe. Mit gutem Material und guter Technik geht viel", meinte sie.

Den ersten Saisonausfall nach vier Top-Fünf-Rängen verzeichnete Kathrin Zettel, die nach dem ersten Lauf (17.) gemeint hatte: "Der Schnee ist tot, der gibt nichts her. Ich hoffe auf Schadensbegrenzung im zweiten." Der Wunsch ging nicht auf. Bernadette Schild schrieb als 18. an ("Der zweite Lauf war relativ sauber, aber auch relativ verhalten"), Junioren-Weltmeisterin Jessica Depauli erreichte als 21. ihr bestes Weltcup-Ergebnis.

Rest-Österreich
Von den Österreicherinnen sahen Nicole Hosp, Carmen Thalmann und Alexandra Daum bereits im ersten Durchgang das Ziel nicht. Eva-Maria Brem verpasste die Finalteilnahme deutlich. Einen Ausfall verzeichnete u.a. auch die 16-jährige US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die zuletzt in Lienz Dritte geworden war.