Alpiner Ski-Weltcup von

Garmisch läst zum heißen Tanz

Görgl holte hier ihr WM-Gold. Höfl-Riesch ist Lokalfavoritin und Vonn will 50. Weltcupsieg

Alpiner Ski-Weltcup - Garmisch läst zum heißen Tanz © Bild: Reuters/Ebenbichler

In etwas mehr als sieben Jahren hat Lindsey Vonn 49 Weltcupsiege angehäuft. In Garmisch-Partenkirchen soll nun Triumph Nummer 50 folgen. Für die heutige Abfahrt (Beginn 10.30/live im NEWS.AT-Ticker) ist die US-Amerikanerin die Topfavoritin, die deutsche Lokalmatadorin Maria Höfl-Riesch und die Österreicherin Elisabeth Görgl sind die ersten Herausforderinnen. "Das wird heiß, auf alle Fälle", kündigte Görgl an.

Keine kam an die Linie heran, die Görgl hier im Vorjahr bei ihrem WM-Triumph auf der extrem eisigen und schlagigen Kandahar ins Ziel brachte und die mit der wertvollsten Medaille belohnt wurde. "Ich war bei einigen Toren total am Limit, habe aber trotzdem den Zug mitgenommen und bin ruhiggeblieben. Ich bin so froh, dass mir heute kein Fehler passiert ist. Ich liebe diesen Schnee, ich mag diese Verhältnisse", sollte sie nachher zu Protokoll geben.

Görgl hat schon ihren Siegerski parat
Und mit Trainingsbestzeit am Freitag bewies Görgl, dass sie bereit ist, die Kontrahentinnen auch heuer auf "ihrer" Kandahar zum Tanz zu laden. "Es ist alles vorbereitet für morgen, alles klar, ich weiß, was ich nehme, das ist schon besprochen", hat Görgl ihr Material parat. Neben dem Toptrio zählen auch die Französin Marie Marchand-Arvier und die Italienerin Daniela Merighetti sowie die Liechtensteinerin Tina Weirather zum erweiterten Kreis der Favoritinnen: "Von der Grundeinstellung und dem Biss her war ich schon relativ rennmäßig unterwegs. Die Linie passt", erklärte Weirather. Die aktuelle Zweite der Disziplinwertung war im Freitagtraining Fünfte.

Vonn verfolgt unsere Annemarie
Drei Abfahrten hat Vonn in diesem Winter schon gewonnen, in St. Moritz hatte sie vergangenen Samstag mir ihrem 24. Karriereerfolg in dieser Disziplin zur Steirerin Renate Götschl aufgeschlossen, auf Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll fehlen allerdings noch zwölf. Auch für eine Vonn, die stets betont, dass es ihr um das Sammeln von Bestmarken und das Hinterlassen von Spuren in der Ski-Geschichte geht, ist es ein hochgestecktes Ziel, in diesem Ranking die Führung zu übernehmen.

Im Vorjahr beklagte Vonn die Präparierung der Kandahar: "Die Strecke ist viel zu schlagig, unruhig, eisig. Das ist nicht gut für den Sport, das schaut schlecht aus, niemand kann da dynamisch runterfahren", lautete einer ihre Kommentare. Auch heuer präsentiert sich die Strecke anspruchsvoll, entspricht aber schon eher den Vorstellungen der US-Amerikanerin: "Es ist nur in der Traverse eisig, sonst ist es gut. Auch vom Schnee her ist es generell Lichtjahre besser als letztes Jahr."

Durch die Kälte "knackig geworden"
Während Vonn am Freitag im abschließenden Zeitlauf augenscheinlich Material testete, beging Höfl-Riesch beim letzten Abtasten vor dem Showdown einen Torfehler. Was aber nichts am Gefühl auf ihrer Heimstrecke änderte: "Die Kandahar hat alles, was eine interessante und schöne Abfahrt haben muss, es ist eine perfekte Strecke. Es ist von Haus aus anspruchsvoll und durch die Kälte knackig geworden. Teilweise ist es schlagig, es geht richtig zur Sache bis ganz runter", sagte sie. Man dürfe nicht zu steif über den Wellen und Schlägen sein, laute das Rezept.

In den bisher fünf Saisonabfahrten sorgte Görgl als Siegerin in Bad Kleinkirchheim und Dritte in Lake Louise für die einzigen rot-weiß-roten Stockerlplätze. Mit Anna Fenninger und Andrea Fischbacher gibt es derzeit nur zwei weitere Läuferinnen, die für Topplätze gut sind. Fenninger hatte im zweiten Training Pech, als es ihr die Brille vereiste und sie die Fahrt bereits im oberen Teil abbrechen musste. "Das war heute zwar blöd, aber morgen wäre es noch blöder", meinte sie.