Alonso wieder Weltmeister: Schumachers Abschieds-Tour sorgt für packendes Duell

Entscheidung fiel erst im letzten Rennen der Saison "Formel Austria": Mageres Jahr für Red Bull und Klien

Alonso wieder Weltmeister: Schumachers Abschieds-Tour sorgt für packendes Duell

Fernando Alonso ist der jüngste Formel-1-Doppelweltmeister der Geschichte. Doch die neuerliche Krönung des 25-jährigen Spaniers wurde in Brasilien klar von der grandiosen Abschiedsgala Michael Schumachers überstrahlt. Die weltmeisterliche Aufholjagd des siebenfachen Weltmeisters aus Deutschland riss die Fans zu Begeisterungsstürmen hin.

Zwar hat der 37-Jährige seine Karriere doch nicht mit dem "Achten Weltwunder" gekrönt, doch gewann er zum Abschluss Respekt, Bewunderung und Anerkennung zurück. Schumacher selbst schloss seine Grand-Prix-Ära mit ein bisschen Wehmut, aber ohne Tränen ab. "Ich bin jetzt nicht traurig, sonst hätte ich diese Entscheidung nicht getroffen", versicherte der Rekordchampion. Er wirkte fast schon erleichtert: "Es gibt keinen Formel-1-Fahrer Michael Schumacher mehr."

Alonso krönte sich wie im Vorjahr in Brasilien zum Weltmeister. Wie hart der Titelkampf 2006 war, zeigte auch, dass noch nie ein Vizeweltmeister so viele Punkte - nämlich 121 - gemacht hat wie Schumacher heuer.

Mageres Jahr für die "Formel Austria"
Aus österreichischer Sicht war 2006 ein mageres Jahr. Red Bull Racing kam erneut über den 7. Platz in der Teamwertung nicht hinaus und trennte sich zudem drei Rennen vor Schluss von Christian Klien. Das Williams-Team von Alexander Wurz musste als 8. die schlechteste Saison seit 30 Jahren hin nehmen und die Scuderia Toro Rosso legte zwar das Minardi-Verlierer-Image ab, mehr als ein WM-Punkt und Platz 9 unter 11 Teams war aber nicht drin.

Überraschend kam vor allem das schwache Abschneiden von Williams. Das ehemalige Weltmeister-Team war in Bahrain stark in die Saison gestartet, baute dann aber konsequent ab und machte mit 11 WM-Zählern so wenig Punkte wie schon seit ewig nicht mehr.

Wirklich zufrieden sein durfte mit dem Formel-1-Jahr nur Gerhard Berger, der als Hälfteeigentümer von Toro Rosso das Ex-Minardi-Team trotz oder dank des Cosworth-V10-Motors deutlich aus der letzten Startreihe brachte.

Besser lief es für die Hersteller aus dem Nachbarland Deutschland. Zumindest bei BMW Sauber, das im Premierenjahr noch vor dem in Köln ansässigen Toyota-Team Platz fünf in der Konstrukteurswertung belegte. McLaren-Mercedes hingegen blieb erstmals seit zehn Jahren ohne GP-Sieg. Wohl auch, weil es erst nach dem Hinauswurf von Juan Pablo Montoya ruhiger lief. Wenigstens bringt Weltmeister Fernando Alonso nun die Startnummer eins von Renault mit zu den Silberpfeilen.

(apa/red)