Alonso hält alle Trümpfe in der Hand:
Spanier könnte schon in Brasilien Titel holen

Geht's cool an: "In F1 geht's nicht nur im Mathematik" Ferrari-Pilot verspricht: "Behalten Beine am Boden"

Alonso hält alle Trümpfe in der Hand:
Spanier könnte schon in Brasilien Titel holen © Bild: GEPA/xpb.cc

Das Autodromo Jose Carlos Pace ist keine gewöhnliche Rennstrecke, schon gar nicht für Fernando Alonso. Der Spanier hat in Brasilien 2005 und 2006 seine ersten beiden WM-Titel geholt. Am Sonntag (17.00 Uhr MEZ) könnte der Ferrari-Star, sofern die Konkurrenz erneut patzt, bereits den persönlichen Hattrick perfekt machen. Daran will der WM-Leader aber vor dem vorletzten Saisonrennen noch gar nicht denken.

Elf Punkte führt Alonso vor Red-Bull-Mann Mark Webber, deren 21 vor seinem einstigen McLaren-Stallrivalen Lewis Hamilton und 25 vor Jungstar Sebastian Vettel. "In der Formel 1 geht es aber nicht nur um Mathematik", betonte Alonso. "Abgerechnet wird erst in Abu Dhabi." Dort steigt in eineinhalb Wochen das WM-Finale. An das Rennen in Brasilien wollen Alonso und sein Team daher laut eigenen Angaben herangehen wie an jedes andere auch.

"Wir behalten unsere Beine fest am Boden", versprach der 29-Jährige, der drei der vergangenen vier Grand Prix für sich entschieden hat. Dabei hatte Alonso auch in Interlagos/Sao Paulo bereits für einige Sternstunden gesorgt. Da wäre etwa der 25. September 2005, als sich der Asturier als erster Spanier zum Formel-1-Weltmeister krönte - zum jüngsten der Geschichte obendrein. Ein Jahr später wiederholte er dieses Kunststück.

"Spezielles Gefühl, nach Sao Paulo zurückzukehren"
"Ich habe großartige Erinnerungen an diese Strecke. Es ist jedes Mal ein spezielles Gefühl, nach Sao Paulo zurückzukehren", versicherte Alonso. "Daran, dass sich die Geschichte ein drittes Mal wiederholt, will ich aber noch nicht denken, auch wenn es theoretisch möglich ist." Für den Favoriten hält der Ferrari-Star nämlich immer noch Red Bull - wenngleich sein Auto jenem der Bullen in Brasilien nicht zu sehr unterlegen sein sollte.

"Das Auto ist in der zweiten Saisonhälfte dank laufender Updates deutlich besser geworden", erklärte Alonso. "Vielleicht haben wir sogar mehr herausgeholt als wir erwartet haben." Etwa dank eines Doppelausfalles von Red Bull zuletzt in Südkorea - Webber nach einem Fahrfehler, Vettel in Führung liegend mit Motorschaden. "Es liegt jetzt in unserer Hand, unser Ziel zu erreichen", sagte Alonso. "Das macht uns schon ein wenig ruhiger."

"Jetzt zählt der kleinste Fehler"
Seinen Fokus werde es aber nicht beeinträchtigen. "Jetzt zählt der kleinste Fehler. Um vorne zu bleiben, sollten wir also perfekt sein", meinte Alonso, der mit dem 27. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere nicht nur einen großen Schritt in Richtung Titel machen würde. Der Spanier würde damit auch zu Jackie Stewart aufschließen und Platz fünf in der ewigen Bestenliste einnehmen. Unangefochtener Spitzenreiter ist Michael Schumacher mit 91 GP-Triumphen.

Dem siebenfachen Weltmeister trauert bei Ferrari längst niemand mehr nach. Alonso hat die Herzen der Tifosi im Sturm erobert, die "Gazzetta dello Sport" den Spanier längst zum "Maestro" erhoben. Alonso könnte bereits in seinem ersten Ferrari-Jahr mit einem nicht immer hundertprozentig konkurrenzfähigen Auto Weltmeister werden. Schumacher hatte dafür fünf Jahre benötigt. Teamchef Stefano Domenicali stieg aber auf die Euphoriebremse: "Wir müssen besonnen bleiben, nur dann können wir den Titel holen."

(apa/red)