Alonso fixiert in Fuji zweiten Sieg in Folge:
WM-Führende Hamilton und Massa patzen

Kubica meldet sich mit 2. Platz im WM-Rennen zurück Massa verkürzt als Siebenter Rückstand auf Hamilton

Alonso fixiert in Fuji zweiten Sieg in Folge:
WM-Führende Hamilton und Massa patzen

Die Formel-1-WM 2008 bleibt weiterhin voller Überraschungen. Nach dem Sensationssieg von Sebastian Vettel und Toro Rosso in Monza hat nun Fernando Alonso einen Doppelpack hingelegt, der spanische Renault-Pilot gewann nach dem Nachtrennen in Singapur auch den Grand Prix von Japan in Fuji. Beim 21. Erfolg seiner Formel-1-Karriere verwies der zweifache Weltmeister den Polen Robert Kubica (BMW-Sauber) und den finnische Weltmeister Kimi Räikkönen (Ferrari) auf die Plätze zwei und drei.

Für die Top-Zwei der WM verlief das Rennen enttäuschend, Felipe Massa (BRA/Ferrari) und Lewis Hamilton (GBR/McLaren-Mercedes) kamen nach Fehlern und Strafen nur auf die Ränge sieben und zwölf. In der WM führt Hamilton zwei Rennen vor Schluss (19. Oktober China, 2. November Brasilien) fünf Punkte vor Massa und zwölf Zähler vor Kubica. Räikkönen weist als Vierter bereits 21 Punkte Rückstand auf Hamilton auf und hat damit keine Chance mehr auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Räikkönen entthront
Damit gelingt es einem Weltmeister zum ersten Mal seit 1997 (Jacques Villeneuve) nicht, seinen Gesamtsieg mindestens einmal zu wiederholen. 1998 und 1999 hatte Räikkönens Landsmann Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes gewonnen, von 2000 bis 2004 dominierte Rekordweltmeister Michael Schumacher im Ferrari. 2005 und 2006 holte sich Fernando Alonso aus Spanien im Renault die WM-Krone.

Jener Alonso, der als Vierter ins Rennen ging, konnte am Sonntag seine sensationellen Ergebnisse in der jüngsten Vergangenheit kaum fassen. "Nach dem total unerwarteten Sieg in Singapur haben wir es jetzt auch hier in Japan völlig überraschend geschafft, das ist unglaublich, ich kann es gar nicht glauben. Und das auf einer Strecke, die unserem Auto nicht unbedingt liegt. Jetzt ist auch in den letzten beiden Rennen der Saison alles möglich."

Gemeinsam mit Kubica war Alonso der große Nutznießer des turbulenten Starts. Pole-Position-Mann Hamilton hatte versucht, den Angriff des neben ihm gestarteten Räikkönen zu kontern, doch der Brite bremste viel zu spät, erwischte die Kurve nicht und hielt das Feld auf der linken Seite auf. Kubica konnte noch rechts vorbeiziehen und führte das Rennen dann kurzzeitig vor dem unmittelbar vor ihm gestarteten Alonso an. Alonso konnte mit dem ersten Boxenstopp eine Runde länger warten als Kubica. Das reichte, um an ihm vorbeizukommen.

"Der Start war der aufregendste Teil des Rennens", meinte auch Alonso nach seinem Sieg. Sein Teamkollege Nelson Piquet junior rundete als Vierter das tolle Ergebnis für die Truppe von Flavio Briatore ab. Für Red Bull holte einmal mehr Toro Rosso die Kastanien aus dem Feuer, Sebastian Vettel (GER) wurde Sechster. Red-Bull-Pilot Mark Webber (AUS) erbte als Achter noch einen Zähler.

Massa kollidiert mit Hamilton
Hamilton und Massa kamen einander in der ersten Runde in Kurve elf ins Gehege. Massa war neben die Strecke geraten und drehte das Auto von Hamilton um 180 Grad, als er wieder auf die Piste kam und den Briten dabei berührte. Wenig später wurde gegen beide eine Durchfahrtsstrafe ausgesprochen, gegen Hamilton für die Aktion beim Start mit Räikkönen, gegen Massa für jene gegen Hamilton. Das Rennen war für beide gelaufen.

"Ich habe in der ersten Kurve einen Fehler gemacht und musste dafür bezahlen", resümierte Hamilton verbittert. Seine WM-Chancen sieht der 23-Jährige, der jüngster Champion aller Zeiten werden möchte, nach wie vor voll intakt. "Ich glaube nicht, dass das den Unterschied ausmachen wird. Nächste Woche geht es weiter", meinte der Jungstar, der im Finish der vergangenen WM-Saison einen komfortablen 17-Punkte-Vorsprung verspielt hatte.

(apa/red)